Minimalismus und Ausmisten und No (new) Buy-Challenge

Troedel

Ich dachte, ich halte euch mal auf dem Laufenden. Zum einen, weil ich euch gerne inspirieren will, euch selbst von den Dingen zu trennen, die euch die Sicht auf das Wesentliche versperren und zum anderen, um mir selbst auch unseren Fortschritt zu zeigen. Ich habe mich erst gestern wieder erwischt, wie ich sagen wollte: „Wir haben schon so viel verkauft, aber es wird einfach nicht weniger.“ Allerdings stimmt das gar nicht. Mittlerweile merkt man eben doch, dass es leerer wird.

Was wir in den letzten Wochen noch verkauft, verschenkt und weggeschmissen haben: diverse Kleidung (wie z. B. T-Shirts, Overknees, Schuhe, Gürtel), ein Meerschwein-Außengehege, Kugelschreiber, Zeitschriften, Flyer, einen Wasserfilter, Haustier-Zubehör (Hunde, Katzen, Meeries, Aquaristik), Zinn-Tassen, Dokumentenmappen, Küchenutensilien (z. B. Plastikbehälter), Jutebeutel, Lanyards, Bücher, ein Portemonnaie, einen Laufstall, Miniatur-Vespas, eine Gitarren-Fußbank, ein Fahrrad, eine Polaroid, CDs und diverse andere Sachen. Im September ist unser Umzug und bis dahin wollen wir noch einigen Ballast loswerden. Vor allem den Keller müssen wir uns noch vornehmen. Einen Tag nach dem Umzug gehen wir auf einen Trödel, um das loszuwerden, was bis dahin noch nicht weg ist.

Außerdem versuche ich mich selbst gerade ein wenig in Richtung „No Buy“ zu kriegen, was kurz vor dem Umzug und unserer Hochzeit natürlich unmöglich ist. Ja, ich habe mir dafür ein neues Kleid gekauft und das ein oder andere Accessoire hierfür – allerdings werde ich alte Schuhe anziehen und Mamas Handschuhe. Und da es ein Kleid ist, welches man so auch mal anziehen kann, ist es okay für mich. Ich wäre zwar tatsächlich auch in Jeans hingegangen, aber das konnte ich dann doch nicht durchziehen. Meine Tochter bekommt übrigens das gleiche Kleid. Und nach der Trauung gehen wir ganz minimalistisch (und romantisch) zu dritt picknicken.

Aber abgesehen von den Hochzeitseinkäufen, die ich gemacht habe, war ich ziemlich standfest. Ich brauchte eine neue Sporthose, weil meine alte kleine Löcher hatte. Heute habe ich über Kleinanzeigen eine günstige Kleiderstange ergattert, die ich schon seit Monaten zum Trödeln haben wollte und die ich nach dem Umzug für unser Büro gebrauchen kann. Und morgen hole ich mir ein Meditationskissen ab, welches ich auch über die Kleinanzeigen gefunden habe. Ich muss ja gestehen, dass ich häufig zu Schnellkäufen in Online-Shops neige, wenn ich etwas brauche. Dem möchte ich jetzt entgegenwirken, indem ich gezielt nach 2nd-Hand-Ware suche und dadurch länger suchen muss. So wird es nicht nur günstiger, sondern ich entscheide mich vielleicht doch noch gegen diesen Kauf.

Oh verdammt, es gab doch noch einen Kauf: Da ich in der neuen Wohnung einen kleinen Waschtisch für meine Tochter bauen will, habe ich einen alten Vollholz-Stuhl besorgt, dessen Sitzbank man aufklappen kann. Dafür eine gebrauchte Emaille-Schüssel und einen Handspiegel (leider neu, da ich keinen alten gefunden habe). Hierüber werde ich hoffentlich einen Upcycling-Artikel schreiben. Für das Thema hatte ich ja auch schon lange keine Zeit mehr.

Eine Sache wollte ich euch als Denkanstoß noch erzählen: Als ich zuletzt bei meinen Buddhisten war, ging es um das Thema „Wo ist Glück zu finden?“ und in der Diskussion ging es sofort um Materielles, wie z. B. Apple-Produkte und Autos. Es ging natürlich nicht nur darum, aber es lief immer wieder auf das Gleiche hinaus. Ich war davon ziemlich ergriffen und musste noch lange über dieses Gespräch nachdenken.

Wie ist es bei euch? Wo findet ihr Glück? Und wie sieht es bei euch derzeit bzgl. kaufen und nicht-kaufen aus?

Kartonsausgang