Natürlich(e) tierleidfreie Kosmetik – Teil 2

p2

Ich war vor nicht allzu langer Zeit bei dm. Eigentlich sollte es nur eine neue Bürste sein. Dann aber bin ich auf die dm-Eigenmarke p2 gestoßen und habe direkt im Internet geschaut, was es damit auf sich hat. Immerhin kenne ich dm als ein verantwortungsbewusstes Unternehmen und konnte mir denken, dass die p2-Produkte mit Sicherheit zu einem großen Teil vegan und vor allem tierversuchsfrei sind. Und tatsächlich. Auf der Homepage findet man in jeder Produktbeschreibung die Information, ob das jeweilige Produkt vegan ist. Außerdem gibt es das leicht zu findende Statement, dass für die Produkte keine Tierversuche durchgeführt werden. Das Unternehmen testet
„direkt im Labor mittels Epicutantest (=allergologische Austestung mit Hauttests)“. Bio sind die Proudkte jedoch nicht, allerdings findet man übersichtliche Hinweise darüber, ob die Produkte PEG, Parfüme oder Parabene enthalten und ob sie hautverträglich sind. Im Vegan Beauty Blog „Blanc et Noir“ findet ihr eine Liste der veganen p2-Produkte. Leider sind nicht alle Produkte aus dem aktuellen Sortiment aufgelistet, aber eine Hilfestellung ist die Liste allemal.

Auf dem Bild oben seht ihr

  • Nagellacke „Color VICTIM nail polish“ – Diese Produktpalette ist komplett vegan
  • Mineralpuder „Feel Good“
  • Puderquaste mit Schimmerpuder
  • Lidschatten „eye dream“
  • Teint-Produkt „perfect face! pore minimizer“
  • Teint-Produkt „perfect face! Oil control base“

Haarfarbe

Außerdem mussten meine Haare mal wieder nachgefärbt werden. Normalerweise nehme ich die Pflanzenhaarfarben-Pulver von Logona, aber es gab nicht die passende Farbe. Also habe ich dieses Mal die Color Creme „indian summer“ gekauft und bin sehr zufrieden. Die Haare haben nur einen leichten Rotstich und glänzen richtig schön. Zwar kosten die Cremes mehr als das Doppelte, dafür brauche ich davon nur eine Packung – vom Pulver brauche ich mindestens zwei. Ich glaube, ich bleibe erst mal bei dieser Farbe.

drhauschkaAußerdem habe ich eine neue vegane Gesichtscreme gefunden. Das heißt, eigentlich hat Martin sie für mich entdeckt – im Bio-Supermarkt. Ich selbst schaue selten nach Dr. Hauschka, weil ich mittlerweile weiß, dass oft tierische Inhaltsstoffe wie z. B. Bienenwachs, Lactose, Honig, Seidenpulver, Suesswasserperle, Wollwachs und Carmin (das sind noch nicht alle) enthalten sind, aber jetzt werde ich vielleicht doch wieder häufiger danach schauen. Mausflaus hat für ihren Blog übrigens mal eine PA bei Dr. Hauschka gemacht und das kam dabei raus: Dr. Hauschka

 

19 Dinge, die ich gerne früher gewusst hätte

Bei mir tut sich momentan sehr viel. Neben meinem Job als Marketingkommunikations & PR Managerin habe ich mich ja vor einiger Zeit mit einer Agentur für grünes Marketing und Kommunikation selbstständig gemacht. Ich habe viele nette Menschen mit interessanten Projekten kennengelernt und schon spannende Aufgaben erledigt. Natürlich befinde ich mich noch in der Anlaufphase und die Sache ist noch weit weg davon, ein Selbstläufer zu sein – vor allem weil ich mich momentan auch noch auf mein Studium konzentrieren muss. In weniger als zwei Wochen ist die letzte und für dieses Semester wichtigste Klausur terminiert. Danach folgt dann die Diplom-Arbeit, die ich hoffentlich über eines meiner Lieblingsthemen schreiben darf: Greenwashing. Wobei ich mit „Lieblingsthema“ natürlich nicht sagen will, dass ich es toll finde, wenn Unternehmen sich grün waschen.

Über all dem will ich auch meinen Blog nicht vernachlässigen, dessen Beginn Anfang des Jahres in die Zeit des privaten und beruflichen Umbruchs gefallen ist und der mir deswegen sehr viel wert ist. Ich habe so viele Artikel geplant, die etwas umfangreicher sein sollen, dass ich mich meist auf die nicht so umfangreichen konzentriere. Ich muss wohl an meinem Zeitmanagement arbeiten…

Jedenfalls bin ich vor einigen Monaten auf den Blog Freilaufmenschen aufmerksam geworden. Darin schreibt Andrea über Menschen, die in ihrem Job nicht glücklich sind und über die Menschen, die den Ausbruch „aus dem Karrierekäfig“ gewagt haben und „endlich glücklich“ sind. Ich konnte mich von Anfang so gut mit den Geschichten identifizieren, dass ich seit dem fast wöchentlich in den Blog schaue. Und heute habe ich einen Artikel gelesen, in dem es um „15 Komma 5 Dinge“ geht, die sie gerne früher im Leben gewusst hätte. Der Artikel hat mich dazu inspiriert, selbst einen über dieses Thema zu schreiben und zwar in Bezug auf die Themen Ernährung, Konsum und Umwelt. Hier also meine 19 Dinge, die ich gerne viel früher im Leben gewusst hätte:

  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass an anderen Orten auf der Welt Millionen Menschen hungern und verhungern müssen, damit Industrieländer ihre Völlerei und ihren Lebensstandard realisieren können.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, unter welchen Bedingungen Milch hergestellt wird. Dass dafür Kühe schwanger gehalten werden, ihnen ihre Kälber entrissen werden und sie tagelang verzweifelt nach ihnen schreien. Dass die Kälber entweder in der Wurst landen, selbst zu Milchmaschinen werden oder von allein an Schwäche sterben. Dass Kühe ein ausgeprägtes Gemeinschaftsbewusstsein haben. Dass jede achte Kuh trächtig zum Schlachter kommt – teilweise kurz vor der Geburt steht und was mit den teilweise voll ausgebildeten Föten passiert.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, für welche Krankheiten der Konsum von Milchprodukten verantwortlich gemacht wird. Osteoporose, Diabetes, Krebs…
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass männliche Küken „gesext“ – also kurz nach dem Schlüpfen lebendig geschreddert oder vergast werden, einfach weil sie aufgrund ihres Geschlechts für die Produktion nichts wert sind. Dieses Schicksal trifft jährlich rund 50.000.000 Küken.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass Fleischproduktion massivst zur Verschmutzung der Umwelt und zur Klimaerwärmung beiträgt. Für die Produktion eines einzigen Kilos Fleisch benötigt man 15.500 l Wasser und 16 kg Getreide. 40 % des Regenwaldes sind in den letzten vier Jahrzehnten für die Produktion von Futtermitteln und Weideflächen gerodet worden. Auf einen Rindfleisch-Burger herunter gerechnet, soll das 50 Quadratmeter Land ausmachen. Mit den Unmengen an Tierfäkalien, die in der Massentierhaltung entstehen, werden Trinkwasser und Boden stark belastet. Durch den Ausstoß von Ammoniak und Methan kommt es zu saurem Regen, d. h. die Fäkalien sind an ca. 30 % des Waldsterbens verantwortlich. Zudem ist die Nutztierhaltung für 18 % des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich. Mineraldünger und Pestizide beim Anbau von Futtermitteln zerstören Boden und Luft. Monokulturen von (gentechnisch verändertem) Mais und Soja, welche zur Futtermittelherstellung angebaut werden, sind zu einem großen Teil für den Verlust der Biodiversität verantwortlich.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass viele Schlachthof-Mitarbeiter (aus Frust oder anderen Gründen) abstumpfen und beginnen, die Tiere dort absichtlich zu quälen und zu foltern.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass es kaum noch Fischarten gibt, deren Bestand noch hinnehmbar ist. Dass 80 % der Arten weltweit überfischt sind und allein für Thunfisch ca. 145 andere Arten als Beifang sterben.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass allein bei der Schlachtung von Schweinen bis zu 12,5 % der Tiere nicht ausreichend betäubt sind und sie ihre Schlachtung miterleben, bei der rein automatischen Schlachtung sind es noch 3,3 %. Allein in Deutschland werden jährlich über 40.000.000 Schweine geschlachtet.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, welches Tierleid die Kosmetikindustrie verursacht und wie einfach es ist, auf tierleidfreie Kosmetik umzusteigen.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, welche Tierversuche allein die Tabakindustrie durchführt.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass Forscher in Tierversuchen die Empathie von Primaten erforschen wollen. Ironie?
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass die größten Konzerne mit den bekanntesten Marken aktiv zu Menschenausbeutung und Menschenrechtsverletzungen sowie Umweltverschmutzung und Tierleid beitragen.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, wie Tiere auf Pelztierfarmen leben, leiden und sterben müssen.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass jeder Bundesbürger in Deutschland durchschnittlich 81,6 kg essbare Lebensmittel in die Tonne haut. Insgesamt sind es allein in Deutschland 11.000.000 Tonnen (private und gewerbliche Verbraucher, Industrie und Handel).
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, wie hart Kinder für Industrien wie z. B. die Kaffee-, Kakao- und Textilindustrie arbeiten müssen und dass sie nicht in die Schule gehen können, weil sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen. Und dass auch die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung von Erwachsenen in einigen Ländern so schlecht sind, dass sie hungern und schwer krank werden – nur um für Menschen in Industrieländern billige Ware zu produzieren.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass Fleischkonsum für viele (Volks-)krankheiten, Unverträglichkeiten und Resistenzen verantwortlich ist (Krebs, Diabetes, Magengeschwüre, Nierensteine, Herzkrankheiten, Demenz, Salmonelleninfektionen, Antibiotikaresistenzen…)
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, welche Qualen Tiertransporte für die Tiere bedeuten.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, was die Subventionierung von Nutztierhaltung und Landwirtschaft für Menschen in Afrika bedeutet. Dass deutsche Firmen dort billiges Fleisch auf den Markt werfen und somit die einheimischen Bauern verdrängen, deren Familien dadurch hungern müssen.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass es kein Verzicht, sondern eine Bereicherung ist, wenn man bei Ernährung und Konsum verantwortungsbewusst umgeht.

Mir würde sicherlich noch viel, viel mehr einfallen, wenn ich für die nächsten Tage hier sitzen würde. Was hättet ihr gerne früher gewusst? Meint ihr, dass Eltern, Lehrer und andere Bezugspersonen von Kindern sowie die Medien dafür verantwortlich sind, dass Kinder gewisse Dinge frühzeitig erfahren? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

Quellen: Schlachtung und Transport: www.vegetarier.net, Milch: www.peta.de, Buch: Milch lieber nicht, Eier: www.peta.de, Fleischproduktion und -konsum: www.welthungerdemo.de, www.greenpeace-magazin.dewww.peta.de, www.v-heft.de, www.respektiere.at, www.fleischverbot.info, http://albert-schweitzer-stiftung.de, Buch: Tiere essen von Jonathan Safran Foer, www.sueddeutsche.de, Fischfang: www.umweltjournal.deBuch: Tiere essen von Jonathan Safran Foer, Lebensmittelverschwendung: www.zeit.de, Film: Taste the Waste

Tierversuche

Am 24.04. war, wie jedes Jahr, Welttag des Versuchstieres. Weltweit werden jährlich mindestens 100 Millionen Wirbeltiere (Ratten, Mäuse, Meerschweine, Katzen, Hunde, Primaten, Kühe und viele andere) für Tierversuche misshandelt und getötet – manche sterben auch während des Experiments. Dass ein Tierversuch Schmerzen, Leiden und Schäden für das Versuchstier bedeutet, beschreibt schon die Definition im Tierschutzgesetz § 7.

Hierfür werden Tierversuche in Deutschland durchgeführt (nach Relevanz):

  • Grundlagenforschung (zur Erweiterung des medizinischen Grundwissens. Wie viel Wissen hier tatsächlich erweitert wird, bleibt dahingestellt.)
  • Tötung zur Entnahme von Zellen und Organen
  • Arzneimitteltests
  • Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten
  • Giftigkeitsprüfungen

Wenn man sich eine Weile mit Tierversuchen auseinander gesetzt hat, bekommt man das Gefühl, dass jeder drittklassige Mediziner die Erlaubnis bekommt, Tiere zu quälen. Tierschützer haben in den Ethikkommissionen nur ein Drittel der Stimmen. Befristungen werden oft ohne den Nachweis von bedeutenden Gründen verlängert. Zudem werden teilweise Tiere genutzt, für die keine Genehmigung vorliegt.

Erst vor kurzem las ich einen Artikel, in dem es um „gravierende Verstöße gegen Tierschutzvorschriften“ in einer der größten deutschen Tierversuchsanlagen (Berliner Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin) ging. Die Tiere wurden sogar teilweise „vergessen“ und mussten verhungern. Immer wieder las ich davon, dass Kontrolleure nur selten solche Missstände protokollieren. Sie bekommen keine Rückendeckung durch ihre Vorgesetzten und haben Angst vor Schwierigkeiten. Es ist ähnlich wie in der Massentierhaltung und bei Schlachthöfen, ein aktuelles Beispiel ist der Wiesenhof-Skandal. Selten sind es Mitarbeiter der Versuchsstätten, die von den Methoden sprechen, da ihre Verträge sie zum Schweigen verpflichten. Größtenteils verlaufen die Versuche jedoch ohne Einsicht von außen. Tierschützer haben übrigens auch hier keine Klagerechte. „Grundlagenforschung“ ist ein Begriff, den man weit dehnen kann. Die Versuche müssen keinen unmittelbaren Nutzen für die Menschheit haben, sie müssen lediglich möglicherweise (vielleicht auch nicht) irgendwelche Erkenntnisse bringen, die vielleicht für den Menschen interessant sein könnten. Wenn dann auch nach 15 Jahren keine verwertbaren Ergebnisse präsentiert werden können, ist es halt so. Knapp eine Million Tiere werden jährlich allein in Deutschland zur Grundlagenforschung gequält.

Tierversuche für Tabakerzeugnisse, Waschmittel und Kosmetika sind in Deutschland seit 2004 „grundsätzlich“ verboten. Kosmetikhersteller haben mit diesem Verbot kein Problem, sie lassen ihre Produkte und Rohstoffe einfach in Drittländern testen, falls sie keine Ausnahmegenehmigung bekommen.

Seit 2007 gibt es REACH (EU-Chemikalien-Verordnung). REACH besagt, das alte Chemikalien (vor 1981 auf den Markt gebracht, seit dem werden Chemikalien systematisch an Tieren getestet), auf ihre Giftigkeit geprüft werden müssen. Bisher gewonnene Ergebnisse werden nicht einbezogen, laut REACH müssen diese Stoffe größtenteils an Tieren getestet werden. Viele Wissenschaftler und Forscher haben öffentlich erklärt, dass Tierversuche in den meisten Fällen nicht notwendig sind, trotzdem hat die EU diese Entscheidung getroffen. Die Herstellung vieler Produkte hat irgendwann im Laufe ihrer Wertschöpfungskette mit dem Einsatz von unter REACH fallenden Chemikalien zu tun – auch Kosmetika. Schätzungen für die Anzahl der Tiere, die in für REACH durchgeführten Versuche genutzt werden, gehen weit auseinander – von 8 bis hin zu 54 Millionen. Hier könnt ihr mehr über REACH lesen. 

Oft lese oder höre ich von Menschen, die sich nie mit der Tierversuchs-Problematik auseinandergesetzt haben, das Argument: „Aber wenn du mal krank bist, bist du froh über die Medikamente, die durch Tierversuche erst entwickelt werden konnten.“ Ja natürlich, wenn ich ernsthaft (!) krank bin, bin ich über jede Medizin dankbar, die mir hilft. Ich bin mir jedoch bewusst, dass Tierversuche dank der fortgeschrittenen Wissenschaft gar nicht mehr nötig sind, weil es Alternativen gibt. Und ich weiß, dass die Mehrzahl der Versuche überflüssig ist, weil längst Daten vorliegen oder die Ergebnisse völlig sinnlos und irrelevant für unsere Gesundheit sind.

Ich wollte an dieser Stelle Quellen angeben, habe dann gemerkt, dass ich viele Stunden im Internet verbracht habe und empfehle euch, das gleiche zu tun. Allein die Eingabe in einer Internet-Suchmaschine liefert genug Material, um stundenlang beschäftigt zu sein. Ganz zu schweigen von zahlreichen, grausamen Bildern. Dieser Artikel sollte sich eigentlich um tierleidfreie Kosmetik handeln… ich bin beim Tierleid hängen geblieben…