Ein Jahr Gemüsebaby

Baelle

Tja, so schnell geht das. Gerade ist man noch schwanger und plötzlich feiert das Kind seinen ersten Geburtstag. Ich weiß gar nicht, wo die Zeit hin ist und ich frage mich, wie andere Mütter es schaffen, weiterhin regelmäßig zu bloggen. Ich bin ja schon ein Bisschen wehmütig, dass die Maus schon so groß geworden ist. Und die ständigen Fragen danach, ob ich denn noch stille, ob das Töchterchen denn nun endlich im eigenen Zimmer schläft oder ob ich immer noch trage, machen es nicht besser. Und ja, ich stille noch, das Kind schläft weiterhin neben mir und sie wird auch immer noch getragen.

Und nicht nur mein Kind hat sich im letzten Jahr krass entwickelt, auch ich bin mental gewachsen – aber nicht unbedingt erwachsener geworden, eher im Gegenteil, im bin wieder mehr Kind. Das Gemüsekind ist einfach der lustigste Mensch, den ich je kennengelernt habe.

Wie ist das denn nun eigentlich, wenn man vegan durch die Schwangerschaft, Still- und Beikostzeit geht, wenn man versucht, möglichst ökologisch und nachhaltig zu konsumieren und dabei alle Bedürfnisse decken möchte? Es ist einfacher, als so mancher denken würde, aber auf Kompromisse haben wir uns dann doch immer wieder eingelassen. So wickeln wir z. B. mit Stoff, sind zwischenzeitlich allerdings auch mal auf Öko-Wegwerfwindeln ausgewichen (Urlaub, Krankheit). Wir versuchen, Plastik zu vermeiden (s. u.), konnten dem obligatorischen Bällebad jedoch nicht widerstehen (s. o.). Wir tragen, haben aber nach drei Monaten dann doch einen Kinderwagen gekauft (den wir bisher ca. zehn Mal benutzt haben). Nur beim Thema Vegan bin ich kompromisslos, zumindest was Lebensmittel, Kleidung, Spielzeug etc. angeht. Und ja, vegane Kinderernährung ist möglich und gesund, man sollte sich jedoch mit ausgewogener Ernährung und Nährstoffen auseinandersetzen – was aber kein Hexenwerk ist und es gibt mittlerweile einiges an Literatur, Ernährungsberatungen und Webseiten, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Und ganz langsam kommt auch bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) an, dass sie das Thema nicht mehr gänzlich ablehnen kann.

Geschirr

Hier seht ihr übrigens ein hübsches Kindergeschirr von Becothings, das zu ca. 80 % aus Pflanzenfaser (Bambus, Reisschalen) besteht und kompostierbar ist (unter besten Voraussetzungen natürlich). Es ist trotzdem bruch- und spülmaschinenfest und der kleine Becher kann super von Kinderhänden gehalten werden. Eine tolle Alternative zu den üblichen Geschirren aus diversen Kunststoffen, wie PA oder Melamin.

Wie ist das eigentlich bei euch? Gibt es unter meinen Lesern/Leserinnen Schwangere oder Mütter?

Ich bin wieder da …

schwanger

Ihr Lieben! Ich dachte, es ist an der Zeit, dass ich euch aufkläre, warum hier so lange nichts passiert ist. Über ein Jahr war ich nun untätig, dabei ist so viel passiert.

Ich bin mal eben Mama geworden und war mit vielen Dingen beschäftigt, bloß nicht mit meinem Blog. Trotzdem habe ich fleißig Themen gesammelt und habe eigentlich jede Menge Artikel in der Pipeline. Ich bin gespannt, ob ich es die nächsten Tage schaffe, ein paar davon abzuarbeiten.

Aber schon mal vorab: Ja, ich bin weiterhin vegan. In der Schwangerschaft war die Ernährung überhaupt kein Problem und jetzt in der Stillzeit muss ich auch weiterhin nur das beachten, was ich auch so schon immer beachten musste – ausgewogen essen und alle wichtigen Nährstoffe zu mir nehmen. Bisher bin ich damit auch noch nirgends angeeckt. Für die meisten in meiner Umgebung war es selbstverständlich, dass ich mich weiterhin vegan ernähre. Meiner Hebamme war es ziemlich egal, zumal im Geburtshaus sogar die ProVegan-Broschüre auslag. Meine Gynäkologin hat gar nicht darauf reagiert. Die Ernährungsberaterin, zu der ich aus einem anderen Grund gegangen bin, hat nur angemerkt, dass ich zu viele Süßigkeiten esse. Und meine neue Hausärztin hat sich selbst als vegetarisch/fast vegan geoutet und konnte gar nicht verstehen, warum ich diverse Blutwerte testen lassen wollte. Als Veganer habe man ja “nicht automatisch einen Mangel.”  Bloß der Kinderärztin habe ich es noch nicht erzählt und ich versuche auch, mich darum zu drücken.

Aber bevor ich mich jetzt verrenne: Gerne könnt ihr mir schreiben, was ihr über meine vegane Schwangerschaft wissen wollt. Weitere Themen, die sicherlich interessant sind, sind: Stillzeit, Stoffwindeln etc., vegane Kinderernährung, Tragetücher und -hilfen, Kinderbekleidung, nachhaltiges Spielzeug … Der Baby- und Kindermarkt ist riesig und Nachhaltigkeit wird hier leider sehr klein geschrieben.

Aber keine Angst, die bisherigen Themenbereiche bleiben erhalten. Wie gesagt, ich habe noch einiges in der Pipeline.

Ich freue mich, endlich wieder loslegen zu können und hoffe, dass ich es auch regelmäßig wieder schaffe.

Eure Janine