Urlaub auf Rügen

Diese Postkarte ist das Einzige, was ich euch von meinem Urlaub zeigen kann (der übrigens schon ein paar Wochen her ist). Wir haben größtenteils in unserer Ferienwohnung selbst gekocht. Das war das Beste, was wir machen konnten. Unterwegs haben wir nur Salat oder Pommes gegessen. Es gab allerdings eine Eisdiele, das Janny’s, in der es drei Sorten veganes Sorbet gab.

Ansonsten haben wir zwar ein Restaurant gefunden, vor dem ein Schild mit der Aufschrift „Reis-Eis“ stand, aber sie hatten leider keins da. Es hörte sich auch nicht so an, als hätten sie es jemals gehabt.

Also wenn ihr mal nach Rügen in den Urlaub fahrt, nehmt euch am Besten auch eine Ferienwohnung mit der Möglichkeit zum selber kochen. Vereinzelte Supermärkte dort haben Soja-Milch, aber nicht unbedingt das vegane Standard-Sortiment, das man mittlerweile sogar von Discountern kennt.

Könnt ihr Urlaubsorte empfehlen? Und kennt ihr auf Rügen vielleicht Restaurants mit veganem Angebot?

Ein Nachmittag in Hamburg

Vor Kurzem war ich eine Freundin in Hamburg besuchen und durfte eine Oase mitten im Großstadtgetummel kennenlernen. Das Golden Temple Teehaus in der Grindelallee 26. Der Teegarten hinter dem Haus ist wirklich ein Traum. Zwischen grauen Häusern findet sich ein bunter Hinterhof mit vielen Pflanzen und jeder Menge Farben, einem Pavillon, einigen Sitzgruppen und sogar einer Hollywood-Schaukel. Wir haben leckeren Tee getrunken und Curry mit Sojajoghurt gegessen. Nach vier Stunden Autofahrt haben mein Hund und ich diese angenehme Atmosphäre wirklich genossen.

Highlight war das plötzlich Auftauchen von ca. 20 Leuten, die sich zum Mantra singen getroffen haben. Wow! Bisher kannte ich das nur aus Büchern und es hat mich echt fasziniert. Allerdings hat es gar nicht zu unserer Stimmung gepasst. Wir hatten uns viel zu erzählen und nur wenig Zeit, da ich auf dem Weg nach Rügen war und immer noch drei Stunden Autofahrt vor mir hatte. (Zug war mit dem ganzen Gepäck + Hund alleine keine Alternative.) Ich kam mir ein wenig vor, als würden wir die Gruppe stören, aber es war das genaue Gegenteil. Man hat uns quasi sofort mit aufgenommen und jeden (auch Viktor, den Hund) mit einem Aloha begrüßt. Viktor ist dann bei der Singerei gleich weggeschlummert… Solch spirituelle Veranstaltungen gibt es dort übrigens alle paar Tage.

Es gibt in dem Teehaus zig verschiedene Yogi-Tees und andere heiße und kalte Getränke. Außerdem Frühstück, Waffeln (vegan), Suppen, das erwähnte Curry, gefülltes Pita-Brot, Salat und diverse kleine Snacks. So ziemlich alles ist vegan, das ein oder andere gibt es auch in vegetarischer Variante.

Ich kann diesen Ort jedem von euch nur empfehlen und werde selbst sicherlich auch früher oder später noch einmal dort einen Tee trinken und vielleicht sogar mal ein Mantra summen/singen.

Vegan essen in Essen


Tja, so ist das, wenn man vor Ort nicht essen gehen kann. Man muss jede Gelegenheit ausnutzen, wenn man mal irgendwo unterwegs ist. Wir waren in Essen im Einkaufszentrum Limbecker Platz. Dort gibt es, wie in allen Einkaufszentren, jede Menge übliche Fressbuden, aber eine ist außergewöhnlich gut – naja, ich will es mal lieber Restaurant nennen, weil es sich von allen anderen abhebt: das Cha Chà mit dem netten Zusatz „Positive Eating“, das thailändische Küche anbietet (naja, thailändisch inspiriert trifft es eher).

Auf der Speisekarte kann man schnell erkennen, welche Speisen glutenfrei sind. Es gibt einige Speisen, die offenbar vegetarisch und teilweise sogar vegan sind. Wobei ich mittlerweile (der Erfahrung sei dank) immer betone, dass das Gericht doch bitte vegan sein soll. Ständig passiert es mir, dass ich auf die Frage, ob ein Gericht vegan ist, ein „Ja, das ist vegan, das können Sie essen.“ als Antwort bekomme. Das merke ich natürlich (wenn es lecker ist), bestelle es beim nächsten Mal direkt (ohne Nachfrage) und merke dann, dass beim ersten Mal offensichtlich etwas an der Zubereitung geändert wurde. Sei es, dass das Joghurt-Dressing ersetzt oder der Parmesan, wahlweise Sahne weggelassen wurde. Das passiert mir hoffentlich nicht mehr.

Zurück nach Essen (wobei es Cha Chà Restaurants auch in Berlin, Hamburg, Düsseldorf und der Schweiz gibt): Martin hatte Gelbes Gemüse-Curry (s. Bild oben), was erstaunlich gut gewürzt ist. Ich hätte mich reinsetzen können. Ich hatte Thai-Gemüse-Reis mit Cashew-Nüssen (ohne Ei, s. Bild unten). Mit dem Sesam und den Cashew-Nüssen war es super lecker, wobei ich den Reis an sich nicht sooo gut fand. Die frischen Kräuter und Gewürze haben es aber zu einem fast schon aufregenden Essen gemacht. „Positive“ kann ich also bestätigen, „leicht“ sind die meisten Speisen sicher auch, ob sie einen „gesunden Beitrag für Körper und Geist“ leisten, möchte ich nicht bestätigen – aber es fühlt sich schon ein Bisschen danach an. Link zur Speisekarte

Als Getränk hatte ich übrigens Hibiskus-Drink mit Kumquats (Mini-Orangen in rotem Blütensaft mit gefäßschützender Wirkung).

Wuppertal kann auch vegan


Vor zwei Wochen bin ich in einer Facebook-Gruppe über den Hinweis gestolpert, dass es einen Burger-Laden in Wuppertal gibt, der auch einen veganen Burger anbietet. Also sind Martin und ich direkt noch vor unserem Urlaub dorthin gefahren. Wuppertal ist eine Nachbarstadt von unserem Wohnort. Das Hans im Glück liegt sehr zentral gelegen in Elberfeld. Weitere Filialen gibt es in Köln und München. In Wuppertal kann man sowohl drinnen als auch draußen sitzen und insgesamt ist der Laden recht groß. Tischreservierungen sind also nicht nötig. Hunde sind willkommen und bekommen natürlich auch einen Napf Wasser hingestellt. Die Einrichtung ist aufeinander abgestimmt. So findet man im Inneren überall Birkenstämme wieder, sowohl über die volle Höhe des Raums als auch als Halter für Soßen und Speisekarten. Sogar in den Speisekarten ist auf jedem Bild eine Birke zu finden, oder (s. Bild oben) als abgeholzte Baumstämme. Die Karte ist übrigens wirklich schön bebildert und erklärt, warum Hans im Glück nicht nur der Name sondern auch das Motto ist. Alles in allem würde ich den Laden schon fast als Restaurant bezeichnen, in dem es übrigens auch eine Cocktail-Bar gibt.

Es gibt einige vegetarische Burger bei Hans im Glück, darunter aber leider nur einen veganen, der aus einem „würzigen Weizen-Bratling mit extra Tomate, Rauke und Sprossen“ besteht. In der Karte findet man übrigens auf einer extra Seite diesen Hinweis: „Hans im Glück-Soße – Unsere hausgemachte Burgersoße wird ohne Eier und Milch angerührt und ist dadurch auch für Veganer geeignet“. Allein die Tatsache, dass dies bedacht wird, hat mich überrascht. Was in großen Großstädten langsam zur Normalität wird, ist hier nämlich noch eine Seltenheit. Aber gut, vermutlich hat das Hans-im-Glück-Konzept seinen Ursprung nicht in Wuppertal, sondern in einer der beiden anderen Städte.

Wir hatten also den Veganer Burger, Fritten und den „Garten Salat Natur“ mit Kernen, Sprossen, Nussdressing und Brot. Die Fritten sind der Hammer, auch der Salat ist wirklich lecker. Der Burger geht so… Das Brötchen ist leider kalt und durch den Haufen Salat, Sprossen und Tomatenscheiben (was alles natürlich auch kalt ist), fällt der kleine, anfangs vielleicht noch heiße Bratling nicht mehr auf. Das ist allerdings auch gar nicht so schlimm, weil ich generell eher auf Gemüsebratlinge stehe, die bestenfalls noch paniert sind. Das bisher beste Beispiel für einen richtig leckeren veganen Auswärts-Burger ist für mich immer noch der Cheeseburger im Blondies in Bochum.

Als Getränk hatte ich übrigens eine super leckere Schorle mit Hibiskusblüte und Minze, die den Namen „Durstlöscher“ verdient hat. Fazit: Unterm Strich fanden wir es sehr lecker, auch wenn der Burger optimiert werden sollte. Der Service ist nett – vor allem unser Kellner mit dem passenden Namen Seytan ;). Das Lokal ist toll eingerichtet, mich fasziniert natürlich vor allem die stimmige Corporate Identity (ja, auch in der Freizeit beschäftige ich mich damit). Wir waren nach dem Urlaub noch einmal dort, mit meinen Eltern. Sie haben zwar leider nicht zu einem fleischlosen Burger gegriffen, fanden ihre Burger jedoch lecker und waren auch begeistert. Achso, eins noch… die Preise sind im Vergleich zu anderen Burger-Läden eher hoch. Für uns bleibt Hans im Glück also eher eine Ausnahme. Die besten Burger gibt’s übrigens immer noch bei uns zu Hause!