Hydrophil vegane Zahnbürste

Ich war der festen Überzeugung, dass ich schon über diese Zahnbürsten geschrieben habe. Das kommt davon, wenn man so viele Themen hat, sich aber monatelang nicht an die Umsetzung macht. 😉 Asche auf mein Haupt! (Jetzt musste ich tatsächlich erstmal Google fragen, woher diese Redewendung überhaupt kommt.)

Wie auch immer … Zahnbürsten sind a) meist nicht vegan und b) nicht gerade umweltfreundlich, da sie aus Plastik bestehen und man normalerweise einen recht hohen Verbrauch hat. Ich selbst benutze hauptsächlich die umweltfreundlichere Alternative von Hydrophil. Wobei auch hier die Borsten aus Nylon bestehen, der Rest ist allerdings Bambus und somit biologisch abbaubar und aus einem schnell nachwachsenden Rohstoff. Zwischenzeitlich war ich auf eine andere (vermutlich unvegane) Zahnbürste mit Wechselkopf (also zumindest etwas umweltfreundlicher) umgestiegen, die es im Denns zu kaufen gibt. Ein Grund dafür war die Verfügbarkeit, weil man die Hydrophil-Zahnbürsten immer bestellen musste bzw. es sie auch jetzt nur sehr spärlich im Einzelhandel gibt. – Ich hatte zunächst ein Abo (was wirklich sehr praktisch ist) und habe sie dann im Veganz gekauft. – Ein anderer Grund war, dass ich zwei sehr raue Exemplare erwischt habe, die mir beim Zähneputzen die Mundwinkel verletzt haben. Mittlerweile scheint das aber kein Problem mehr zu sein, weshalb ich darüber nachdenke, wieder das Abo zu bestellen. Fürs Erste habe ich eine dieser Zahnbürsten zu Weihnachten geschenkt bekommen.

Hydrophil als Hersteller hat allerdings noch weitere positive Aspekte: Die Produkte (neben Zahnbürsten gibt es weitere Produkte, wie z. B. Seife, Kondome und Regenponchos) werden fair produziert und mit möglichst geringem Wasserverbrauch, außerdem gehen 10 % der „Gewinnerlöse“ an Viva con Agua (ein deutscher Verein, der sich dafür einsetzt, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben).

Leider werden die Kinderzahnbürsten vom Hersteller erst ab einem Alter von drei Jahren empfohlen, weshalb ich sie für meine Tochter noch nicht kaufe. Welche Zahnbürsten nutzt ihr? Seid ihr zufrieden?

Das beste Weihnachtsgeschenk – Konjac-Schwamm

Mein Mann und ich schenken uns mittlerweile gar nichts mehr zu Weihnachten. Uns reicht es völlig, unsere Tochter zu beschenken. Generell werden ja bekanntlich die Geschenke kleiner, je älter man wird, was ich allerdings sehr gut finde, da (übliche) Geschenke nicht sehr gut zum minimalistischen Lebensstil passen. Wenn ich an unsere Trödelstände zurückdenke, waren 80 % der Sachen, die wir dort verkauft haben, ursprünglich mal Geschenke – zu welchem Anlass auch immer. Ein Geschenk jedoch hat mich Weihnachten 2016 dann doch ganz besonders erfreut: ein Konjac-Körperpflege-Schwamm. So ein Schwamm stand nämlich schon seit geraumer Zeit auf meiner „Noch zu testen-Liste“, ich hatte bisher bloß noch keinen bestellt oder im Geschäft gesehen. Teuer sind die Dinger mit ca. acht Euro allerdings nicht.

Laut Verpackungstext ist der Konjac-Schwamm ein „veganes, reines Naturprodukt aus der Pflanzenfaser der Konjacwurzel“. Die Pflanze wird auch Teufelszunge genannt, stammt aus Asien und ist dort vor allem als Lebensmittel bekannt – weniger wegen des Geschmacks, sondern mehr wegen der Konsistenz. In der Verpackung wird der Schwamm von Croll & Dennecke feucht gehalten und fühlt sich an wie ein ganz normaler Schwamm – dabei sehr weich und angenehm. Andere Hersteller verkaufen die Schwämme getrocknet. Man nutzt ihn ohne weitere Produkte, d. h. ohne Duschgel oder ähnliches. Einfach in warmes Wasser eintauchen und Gesicht oder Körper damit massieren, was die Durchblutung anregt. Er wirkt alkalisch und gleicht den Säuregehalt der Haut aus. Der Geruch ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht unangenehm – es erinnert mich ein wenig an Schwimmbad. Der Schwamm sollte immer wieder trocknen können und ist (zumindest bei diesem Hersteller) ca. 12 Wochen bei täglichem Gebrauch nutzbar.

Ich habe mich sehr schnell damit angefreundet und freue mich, hiermit auch das Duschgel sparen zu können. In Kombination mit Roggenmehl als Shampoo spart man viele Produkte und Müll und darf sich über natürliche Körperhygiene freuen. Außerdem belastet man die Umwelt nicht mit künstlichen Stoffen oder Plastik-Mikropartikeln, wie sie in Shampoos und Duschgels vorhanden sind/sein können. Konjac-Schwämme mit Zusätzen wie Lavendel oder Bambuskohle von weiteren Herstellern und in plastikfreier Verpackung findet ihr bei Wolkenseifen, woher ich übrigens auch (auf Empfehlung) das beste Deo habe, das ich bisher finden konnte.

Auf einer Webseite habe ich übrigens gelesen, dass man einen Konjac-Schwamm nicht unbedingt entsorgen muss (er ist kompostierbar). Man kann ihn auch im Blumentopf oder im Garten vergraben, um Pflanzen mit Wasser zu versorgen.

Habt ihr noch Tipps bzgl. natürlicher, veganer oder minimalistischer Körperhygiene? Wie sind eure Erfahrungen? Und wie war euer Weihnachten 2016? Ich wünsche euch ein wunderschönes 2017 und habe mir fest vorgenommen, diesen Blog hier weiterzuführen – vielleicht sogar ein Bisschen lebendiger als in den letzten Monaten.

Im Test: Roggenmehlshampoo #NoPoo

Shampoo

Ich bin schon lange auf der Suche nach einer Alternative zu herkömmlichem Shampoo. Warum?

  1. Seit ich selbst für mich einkaufen muss, habe ich eine starke Abneigung dagegen entwickelt. Shampoo ist nur ein Produkt von vielen, deren Einkauf mich richtig nervt. Es gibt Hunderte: Für gefärbte Haare, für rote Haare, für blonde Haare, für braune Haare, für lockige Haare, für dünnes Haar, für leicht fettendes Haar, für spröde Haare, gegen Spliss, Shampoo und Spülung in einem, für lange Haare, für Volumen, für empfindliche Haare, Pflegeshampoo, für Männer, für Glanz … um nur einige zu nennen und für diese Liste musste ich jetzt gar nicht lange überlegen. Da stehe ich dann vor dem Regal und denke mir: „Hmm, ich habe gefärbte, blonde, schnell fettende Haare, die zu Spliss neigen. Was mache ich denn nun?“ Ich habe mich eigentlich riesig gefreut, als ich vegan wurde und sich die Möglichkeiten stark eingeschränkt haben. Allerdings ist die Auswahl jetzt wieder unnötig groß, weil immer mehr Produkte vegan sind (was ja eigentlich eine tolle Entwicklung ist, aber kann es nicht einfach nur eine kleine Auswahl geben?).
  2. Ich verbrauche große Mengen. Da ich langes, sehr dickes Haare habe, brauche ich auch entsprechend viel Shampoo. Den Verbrauch konnte ich schon gut reduzieren, indem ich a) meine Haare daran gewöhnt habe, dass ich sie nur noch ca. alle drei Tage wasche. Vorher haben sie extrem gefettet und ich musste täglich waschen. b) nur noch die Kopfhaut shampooniere und so weniger nehmen muss. Trotzdem verbrauche ich viel Spülung, weil ich meine Haare nach dem Waschen sonst nicht durchkämmen kann.
  3. Vermeidung von Plastik: Wenn man mal alles zusammen zählt: Shampoo, Spülung, Duschgel, Zahnpasta, ggf. diverse Cremes, Kosmetik, Handseife etc. Wir produzieren im Bad viel zu viel Plastikmüll.
  4. Inhaltsstoffe: Liest man sich die Liste der Inhaltsstoffe von herkömmlichen Shampoos (auch Naturkosmetik) mal durch, wird einem schwindelig. Für Mensch und Umwelt ist das bei den Mengen, die wir verbrauchen und die dadurch ins Abwasser gelangen, pures Gift.

Eigentlich wollte ich schon lange feste Haarseife ausprobieren. Allerdings gibt es auch hier so viele Varianten, selbst bei veganen Seifen, dass mir das schon wieder zu viel war und ich erst gar nicht bestellt habe. Auf diesem Stand war ich jetzt also schon seit Monaten. Aber in den letzten Tagen habe ich immer häufiger (gerade im Zusammenhang mit Minimalismus) von selbst gemachtem Shampoo aus Roggenmehl gehört und gelesen. Das Mehl ist schnell besorgt und so habe ich es gestern direkt ausprobiert.

Also ich habe ja wirklich nicht damit gerechnet, aber es war echt super. Die Herstellung geht richtig fix. Ich habe ein Rezept gefunden, bei dem man für lange Haare 5 Esslöffel auf 300 ml lauwarmes Wasser nehmen soll. Leider hat diese Mischung bei mir nicht die richtige shampooartige Konsistenz gebracht, sondern war viel zu dünn. Ich musste ungefähr 8 Esslöffel Mehl nehmen. Beim nächsten Mal würde ich allerdings eher 200 ml anrühren, da ich nach dem Waschen einiges übrig hatte und das Shampoo leider nicht haltbar ist – ich habe den Rest dann als Duschgel genutzt. Das Einmassieren beim Waschen hat vergleichsweise lange gedauert, weil es sich nicht so leicht verteilen lässt, aber das war noch okay. Je nach Quelle soll es übrigens 1-5 Minuten einwirken. Bei mir waren es ca. drei Minuten. Das Auswaschen ging sehr gut. Ich habe keine Spülung benutzt und bin mit handtuchtrockenen Haaren ins Bett gegangen. Meine Haare ließen sich am Morgen danach sehr gut bürsten und waren glatt und geschmeidig. Das habe ich bei den meisten gekauften Shampoos nicht mal. Und nun frage ich mich den ganzen Tag, warum wir uns die Haare immer mit Shampoo waschen, wenn es doch auch so einfach geht?

Hier noch mal die Vor- und Nachteile für Roggenmehlshampoo:

  • Vorteile: sehr günstig, plastikfrei (sowohl Verpackung als auch im Produkt selbst), schnell angerührt, enthält von Natur aus viele Vitamine und Mineralstoffe, vor allem pflegendes Vitamin B5 (Pantothensäure), welches vielen Haarpflegeprodukten zugesetzt wird, nach meiner Erfahrung benötigt man keine Spülung, die Kopfhaut soll nicht so schnell nachfetten (davon werde ich noch berichten) …
  • Nachteile: nicht haltbar, bei Vollkornmehl soll es vor Gebrauch bestenfalls zwei Stunden ziehen (ist aber wohl kein Muss), duftet nicht (was für manche unter euch aber vielleicht auch ein Vorteil ist) …

Hast du es schon ausprobiert und noch ein paar Vor- und Nachteile für die Liste?

Übrigens: Wer denkt, dass Mehlpampe die Haare doch verkleben müsste, sollte wissen, dass der Glutenanteil im Roggenmehl sehr gering ist und es daher nicht klebt. Dies ist aber auch der Grund, weshalb andere Mehle, wie Weizen und Dinkel nicht geeignet sind.

Minimalismus, oder: (Mein) Konsum kotzt mich an

zuverschenken

Vorab: Nein, wir leben nicht minimalistisch und ich mag mir auch nicht anmaßen, das zu behaupten. Was Minimalismus ist, muss ich euch auch bestimmt nicht erklären, da es mittlerweile ein richtiger Trend geworden ist. Falls ihr Minimalismus doch noch nicht kennt, findet ihr im Internet jede Menge Infos. Bei meiner Recherche zu diesem Thema habe ich u. a. einige YouTube-Videos gesehen und mit Kopfschütteln feststellen müssen, dass viele davon von Mädels sind, die ca. 300 Schminkutensilien, unglaublich viele Schuhe und Klamotten, Deko und sonstiges Zeug haben. Und die machen dann eine Roomtour durch ihre Wohnung und sagen so tolle Sätze, wie: „Schaut mal, ich habe nur noch 27 Lippenstifte, ich fühle mich soooo befreit!“.

Mir selbst ist vor einiger Zeit bewusst geworden, wie viel Zeug wir haben, das wir überhaupt nicht benutzen. Auslöser dafür war eine Umräumaktion in unserer Wohnung. Nachdem unsere Tochter langsam mobil wurde und auch immer mehr Zeug hatte, wurde mir klar, dass ich mein Arbeitszimmer dann doch abgeben muss. Wir mussten also ein komplettes Zimmer ausräumen (mehrere Regale und zwei Schreibtische) und aus unserem Wohnzimmer ein Wohn-/Arbeitszimmer machen. Und plötzlich began ein Trödel- und Ebay-Marathon, der bis heute anhält. Verkauft und verschenkt/gespendet haben wir innerhalb von Monaten u. a. einen Wohnzimmerschrank, Kleidung, Babysachen, ein Meerschweinchen-Eigenbau, einen Thron, ein Netbook und anderen technischen Kram, Schmuck, Bücher, Küchenutensilien, ein Wandbild, einen Glaskopf, Rollschuhe, CDs, DVDs, eine Schallplatte, Deko und vieles mehr. Der tollste Verkauf, der mir zwar nur einen Euro, aber dafür tatsächlich eine unglaubliche Befreiung gebracht hat, war der Verkauf meiner Bertelsmann-Lexikothek. Ich weiß gar nicht, wie das Teil nach fünf Umzügen und trotz Wikipedia und Google immer noch eine Daseinsberechtigung haben konnte. Ja, ich liebe Bücher, aber das ist zu viel des Guten. Und das Schlimme nach all den Verkäufen: Wir haben immer noch viel zu viel Zeug! Sogar unsere Tiere haben mehr Gedöns, als so mancher Minimalist. Dabei gehöre ich eigentlich zu den Leuten, die ungenutzte Dinge lieber entsorgen/verschenken/verkaufen, als sie aufzubewahren.

troedel

Und jetzt steht wieder ein Umzug an und ständig laufe ich in unserer Wohnung an großen und kleinen Dingen vorbei, die ich nicht mehr mitnehmen will. Ich möchte meiner Tochter auch gar nicht vermitteln, dass Materielles wichtig ist. Und da komme ich zu einem Punkt, der Auslöser für diesen Artikel hier war. Mich hat eine Erkenntnis wie ein Schlag getroffen: Dieser Blog hier und mein Wunsch nach einem nachhaltigen, veganen Lebensstil waren wie ein Öko-Deckmantel für unnötigen Konsum: Kosmetik, Kleidung, aber auch Lebensmittel etc. Wie grün und öko kann Konsum eigentlich sein, wenn man nachhaltig produzierte bzw. vegane Produkte kauft, die man aber eigentlich gar nicht braucht? Wie oft habe ich Sachen gekauft, nur weil sie vegan oder fair sind? Sachen, an denen ich sonst im Laden (oder Onlineshop) vorbei gelaufen wäre. Und damit soll nun Schluss sein.

Ich möchte also noch mehr loswerden, wir haben immer noch jede Menge Trödel (Kleinkram und große Sachen), die wir verkaufen wollen. Und ich möchte weniger konsumieren, was mir ja eigentlich gar nicht mal so schwer fällt, dachte ich zumindest immer. Ich habe überlegt, ob ich es schaffe, ein Jahr lang keine neuen Gebrauchsgegenstände mehr zu kaufen. Tja, dann überlegt man und denkt sich: Aber ich brauche Schuhe und gebrauchte Schuhe sind eklig … und wir brauchen nach dem Umzug eine zusätzliche Matratze und gebrauchte Matratzen sind eklig … Gut, also mache ich schon wieder Ausnahmen. Also wie weit kann ich gehen? Wie weit geht ihr?

Ich will ja gar nicht minimalistisch leben, ich will mir keine Grenze setzen und sagen, dass ich nicht mehr als 100 Dinge besitzen darf. Ich will auch nicht plötzlich geizig werden, aber ich will meinen Konsum endlich wirklich bewusst leben und auf die wirklich wichtigen Dinge beschränken. Das klingt jetzt komisch von einer, die einen veganen Öko-Blog schreibt und ich bin auch gar nicht so schlimm, wie sich das jetzt vielleicht anhört (im Vergleich zum Durchschnitts-Mittelständer sind wir sehr zurückhaltend mit unserem Konsumverhalten), aber für mich persönlich ist das schon zu viel – erschreckend zu viel. Ich bin jedenfalls gespannt, wo das nun hinführt und ob ich mich in der neuen Wohnung wirklich so befreit fühle, wie ich es mir erhoffe. Wie wäre es dann mit einer YouTube-Roomtour und ich zeige euch unsere Bücherwand und sage: „Schaut mal, es sind nur noch 1.057 Bücher, ich fühle mich soooo befreit!“ 😉

Erzählt mir doch von euren Erlebnissen mit Konsum und Konsumverweigerung. Lebt ihr auf „großem Fuß“ oder vielleicht sogar minimalistisch?