Vegan, gesund und schlank?

Erst letzte Woche las ich in einem Vegan-Forum die Frage (von einer frischen Veganerin), wie es denn mit dem Gewicht aussehe… da könne nämlich was runter. Tja, spätestens seit Skinny Bitch wissen wir, dass vegan nicht gleichbedeutend ist mit gesund und erst recht nicht mit schlank.

Letztendlich ist es möglich, sich vegan und dabei völlig ungesund zu ernähren. Man stopfe sich voll mit einfachen Kohlenhydraten (meist in Zucker, Weißmehl, geschältem Reis, „hellen“ Nudeln und Alkohol zu finden) und unnatürlichen Zusatzstoffen, vermeide Bewegung, trinke unzureichend und lasse vitamin- und proteinreiche Nahrung links liegen… Es ist wirklich kein Problem, sich von frittiertem und überbackenem Mist und zuckriger Limonade zu ernähren, auch wenn dieser Mist nun vegan ist.

Aber die Mehrheit der Vegetarier und Veganer neigt dazu, sich überdurchschnittlich gesund zu ernähren. Woran liegt das? Nunja, zunächst gibt es die unterschiedlichsten Gründe, warum jemand auf tierische Produkte verzichtet.

  • Aus ethischen Gründen gegenüber den Tieren – weil den Tieren dafür Leid angetan wird (gerade in der Massentierhaltung, beim Transport und bei der Schlachtung).  Tieren aus biologischer Haltung geht es übrigens nicht viel besser. Zudem wollen Vegetarier/Veganer Nutztiere gegenüber Haustieren nicht degradieren.
  • Aus gesundheitlichen Gründen – weil Fleisch, Fisch und weitere tierische Erzeugnisse stark mit Hormonen, Antibiotika, (resistenten) Erregern und Schadstoffen, wie Pestiziden, Chemikalien, sogar Schwermetallen etc. belastet sind und die Tiere mit gentechnisch verändertem Getreide gefüttert werden. Fleisch- und Milchverzehr fördern das Risiko von u. a.  Herzkrankheiten und Krebs.
  • Wegen der Umwelt – weil z. B. die CO2-Belastung und Umweltverschmutzung bei der Fleischproduktion unverhältnismäßig hoch sind. Zudem wird der Regenwald gerodet und ein großer Teil der Trinkwasserressourcen sowie fossilen Ressourcen geht für Massentierhaltung drauf.
  • Aus ethischen Gründen gegenüber den Menschen – weil in armen Ländern Soja und Mais in Monokulturen für die Tiermast westlicher Länder angebaut werden. Dafür wird nicht nur der Regenwald abgeholzt, zudem wird den Menschen dort Anbaufläche genommen, die sie für ihr eigenes Getreide nutzen sollten. Und die wenigen Pflanzen, die sie anbauen können, werden durch gentechnisch veränderte Pflanzen von den Nachbarfeldern kontaminiert. Außerdem: Die Fleischproduktion in Deutschland und weiteren westlichen Ländern ist dank Subventionen so hoch, dass ein Überschuss exportiert wird – und zwar z. B. nach Afrika, wo importierte Ware viel billiger ist, als die Ware der heimischen Bauern. Dadurch können diese Bauern ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Massen-Fleischproduktion erhöht also gleich mehrfach den Welthunger.

Wenn jemand aus einem dieser Gründe vegan/vegetarisch geworden ist, beschäftigt er sich mit der Herkunft seiner Lebensmittel, substituiert tierische Erzeugnisse (weil er nunmal ein Gewohnheitstier ist) und fängt an, das Kleingedruckte auf Verpackungen zu lesen. Dadurch und durch diverse Filme und Literatur, für die er automatisch anfälliger geworden ist, vergrößert er sein Wissen über Ernährung und Gesundheit. Als Veganer ist man sich der möglichen Unterversorgung bestimmter Vitamine und Spurenelemente also meist bewusst und beugt dem selbständig vor. Man kann behaupten, dass Vegetarier und Veganer langfristig gesünder leben als Omnivoren. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass Veganer häufig auch davon erzählen, dass sie weniger bis gar kein Alkohol konsumieren und mit dem Rauchen aufgehört haben. Viele kaufen Bio-Produkte und einige treiben überdurchschnittlich viel Sport.

Und jetzt kommen wir zu dem Thema, wegen dem ich diesen Artikel überhaupt angefangen habe. Ich gehöre nämlich zu den Menschen, die durch zu wenig Bewegung und zu viel Kohlenhydrate (ich liebe Eis, Schokolade, Nudeln und Knabbereien) ein paar obligatorische Pfunde zu viel haben. Davon abgesehen behaupte ich einfach mal, dass ich gesünder bin als zu meiner vegetarischen Zeit und viel gesünder, als zu meiner Mischköstler-Zeit. Gerade durch den Verzicht von laktosehaltigen Speisen hat sich mein Magen-Darm-Befinden extrem verbessert. Wie auch immer… Ich brauche Bewegung! Und deshalb werde ich mich morgen im Fitness-Studio anmelden und an Zumba und Bauch-Beine-Po-Kursen teilnehmen. Und damit ich auch wirklich hingehe, habe ich im Vorfeld bereits Geld für Sport-Bekleidung ausgegeben. Ich bin nämlich geizig und wenn ich für etwas wie ein Hobby Geld ausgegeben habe, ziehe ich es auch durch.

Hier also zu meinen Errungenschaften:

 

Die veganen Schuhe „Lucy Lite“ sind von Vivobarefoot. Die Sohle ist aus recyceltem Kunststoff, das Obermaterial aus „ECO PU“, also Kunstleder aus recyceltem Kunststoff und Einsätzen aus pflanzlich gewachster Bio-Baumwolle. Es ist unglaublich, wie leicht und bequem die Schuhe sind. Ich habe sie im Online-Shop Zündstoff bestellt, dort gibt es noch mehr Bio- und Fairtrade-Produkte. Die Yoga-Hose „Maya“ ist von Jaya und auch sehr bequem. Produkte von Jaya sind fair und bio. Bestellt habe ich im Avocado Store, der allerdings, wie ich jetzt bemerkt habe, bei vielen Produkten teurer ist, als andere Bezugsquellen. Das Oberteil von Greenality war ein Geburtstagsgeschenk von meinem Freund und ist auch… na?: fair und bio.

Und falls ich meinen Zumba-Kurs morgen überlebe, gibt es bald einen Artikel mit vielen Bildern von leckeren veganen Speisen, die den Kurs erst erforderlich machen. 😉