Mein Rohkostexperiment – Tag 5 und 6

humus

 

Ich habe gesündigt. Am Samstag habe ich meinen Geburtstag mit meiner Familie nachgefeiert. Meine Eltern kamen zum Essen und ich wollte ihnen keine Rohkost anbieten, denn vegan ist schon immer etwas Besonderes. Und da wir nicht viel Zeit hatten, weil wir danach noch Bowlen wollten, habe ich „Schnitzel-Cheese“-Burger, Pommes und diverse Rohkost-Salate gemacht. Ich musste einfach auch einen Burger essen und habe erst gar nicht versucht, zu widerstehen. Dafür war das (neben dem Salat) auch das Einzige, was ich am Samstag gegessen habe. Zum Frühstück gab es einen Schoko-Bananen-Shake mit Chiasamen, Vanille und Datteln. Das Rezept habe ich aus dem Buch „Gorilla Food“ von Aaron Ash. Der Shake ist der absolute Hammer! Schokoladig und sehr sämig. Ich muss ihn unbedingt noch mal mit gefrorenen Bananen ausprobieren.

Am Sonntag ab es den gleichen Shake noch mal zum Frühstück. Dazu eine Schüssel mit Obst. Erst nachmittags habe ich mit den Vorbereitungen für’s Abendessen angefangen, was bei diversen Rohkost-Rezepten fatal sein kann. Angefangen habe ich mit „Eiscreme-Sandwiches“ aus Cashewkernen, Datteln, Mandelmus und Schokolade. Da meine Kakaonibs-Lieferung noch nicht angekommen ist, habe ich einen lovechock-Riegel dafür genommen. Die fertigen Kekse liegen jetzt im Kühlschrank und warten darauf, mit Eiscreme zusammen gegessen zu werden. Eiscreme muss ich allerdings erst noch machen. Da in meinen Büchern nur Rezepte mit Fleisch von Trinkkokosnüssen sind, muss ich erst noch ein anderes Rezept suchen. Dann habe ich schon mal mein morgiges Frühstück vorbereitet: einen Haselnuss-Schoko-Pudding, der über Nacht im Kühlschrank ziehen muss. Der Pudding wird aus Haselnussmilch, Chiasamen, Kakao und Süßungsmitteln gemacht. Ich bin gespannt, wie er schmeckt und werde im nächsten Artikel darüber berichten.

Als Abendessen gab es Gurkensticks mit Humus aus roter Paprika, wieder sehr, sehr lecker. Ich dachte immer, man könne Humus nur mit Kichererbsen machen, aber das geht auch sehr gut ohne und statt dessen mit Hanfsamen, Tahinpaste und Paprika. Das Rezept ist aus „Raw & Simple“. Dazu gab es Mini-Zucchini-Burger mit einer „Hack- und Käsefüllung“, garniert mit Sprossen und Crème-Fraîche. Ich hätte nicht gedacht, dass das so lecker ist und vor allem, dass es so satt macht. Wir haben zu zweit nicht mal alles aufgegessen. Also wenn wir uns einen Topf voll Pasta mit Gemüse-Tomaten-Sauce machen, bekommen wir das ohne Probleme aufgegessen. Vom Rohkost-Essen bleibt immer noch etwas für den nächsten Tag übrig, auch wenn es so sehr schmeckt.

Nach dem Essen habe ich dann noch einen Zitronen-Käsekuchen mit Beeren vorbereitet, der jetzt im Gefrierfach darauf wartet, vernascht zu werden. Mein erstes Rezept, in dem ich Lecithin verarbeitet habe und ich bin überrascht, wie diese Zutat wirkt. Die Kamut-Keimlinge für die Pizza, die ich auch noch machen will, keimen fleißig vor sich hin und sind morgen sicher bereit, um verarbeitet zu werden. Daraus kann man übrigens auch Burger-Brötchen machen, was ich auch noch ausprobieren will.

Ich glaube, meine zwei Wochen reichen nicht aus, um all die leckeren Rezepte nachzumachen. Aber wenn ich wieder arbeiten muss, habe ich definitiv nicht genug Zeit, um so weiter zu machen. Ich habe schon überlegt, wie viel man wohl am Wochenende vorbereiten könnte. Zum Beispiel könnte man so etwas wie Humus, andere Dips und Dressings, die sich halten, zubereiten und in den Kühlschrank stellen. Vieles hält sich auch länger, wie z. B. der Kuchen und Kekse. Obststücke lassen sich super einfrieren und dann morgens für Smoothies auftauen. Vielleicht könnte ich jeden Samstag einen Wochenplan aufstellen und dafür dann einkaufen und vorbereiten. Habt ihr Tipps?

Was mich die letzten Tage am meisten nervt, ist die ganze Spülerei. Allein den Mixer, den Blender und die Küchenmaschine habe ich zigmal spülen müssen. Ebenso sämtliche Messer, Schneidebretter und Schüsseln. Ständig sind Arbeitsflächen wieder dreckig … Aber gut, normalerweise mache ich auch nicht so viele Desserts, wie momentan. Generell arbeite ich kaum nach Rezept. Das wird sich nach meinem Urlaub eh wieder ändern. Dafür lerne ich jetzt eine Menge über diverse Zutaten, mit denen ich kaum gearbeitet habe. Nüsse kamen kaum oder sogar nie in’s Essen, Chiasamen nur für den wunderbaren „Life changing loaf of bread“, Hanfsamen nur geröstet über Salat. Auch Sprossen haben wir nur sporadisch verwendet. Auf der anderen Seite bin ich negativ überrascht darüber, wie viel mit Süßungsmitteln gearbeitet wird: Agavendicksaft, Ahornsirup, Palmzucker, Trockenfrüchte, Stevia, Xylitol … Dazu noch das ganze Obst. So viel Zucker nehme ich sonst nicht zu mir, würde ich behaupten und das werde ich auch wieder zurückschrauben.

Außerdem lerne ich gerade, die unterschiedlichen Eigenschaften der Küchengeräte einzuschätzen. Wann lieber den Blender, die Küchenmaschine, den Mixer oder den Pürierstab einsetzen? Wie lange darf man welche Nüsse mixen und wie lange dauert es, was im Dörrautomat zu trocknen. Im Buch „Raw & Simple“ sind übrigens jede Menge Tipps zu Nährstoffen, zur Vorratshaltung, Küchenaustattung, zum Umgang mit diversen Zutaten und zum Zeit sparen. Außerdem findet man viele Ratschläge für einen gesunden Lebensstil. Ich kann das Buch für jeden Rohkost-Laien (wie mich) nur empfehlen.

Bisher habe ich sehr viel Spaß mit dieser Ernährung. Leider frisst das Ganze eine Menge Zeit und ich muss mich ab morgen unbedingt mit anderen Dingen beschäftigen, die im Urlaub noch dringend erledigt werden wollen.

schoki

Ein Herz für Tiere

Gewinn

Ich habe tatsächlich mal etwas gewonnen. Wenn ich mich recht erinnere, sogar das erste Mal in meinem Leben. Von komischen Tombola-Losen mal abgesehen. Ich habe bei der Aktion „4 Wochen VEGAN essen“ von Ein Herz für Tiere und dem Deutschen Tierschutzbund mitgemacht. Folgende Bücher konnte man gewinnen: „Vegan zu Hause und unterwegs“, „Anständig essen“ von Karen Duve (habe ich schon) und „Kochen ohne Tiere“.

So einfach war es: Man sollte ein Foto von sich hochladen und einen kleinen Text darüber schreiben, warum man an der Aktion teilnimmt bzw. welche Erfahrungen man mit der veganen Ernährung gemacht hat.

Mein Gewinner-Text (Ich bin selbst überrascht, dass der genommen wurde. Vermutlich hat das Los entschieden!?):

„Für mich ist es selbstverständlich, dass die vegane Lebensweise die einzig logische Konsequenz für uns Menschen ist. Ich mache gerne mit bei dieser Challenge und werde auch danach weiterhin vegan leben… so wie jetzt auch schon. Ich hoffe, dass viele Menschen durch Ihre Aktion dazu gebracht werden, vegan zu leben. Und ich hoffe, dass der Deutsche Tierschutzbund wieder von dem Tierschutz-Fleischsiegel absieht, da dies einzig dazu da ist, der Fleischindustrie einen Heiligenschein aufzusetzen und dem Fleischkonsumenten ein gutes Gewissen einzureden.“

Aus dem Buch haben wir noch nichts gekocht. Es ist sehr Kohlenhydrat- und Fast-Food-lastig. Bei dem Wetter stehe ich mehr auf Salate, leichte Gemüse-Gerichte und Müslis. Aber die Speisen im Buch sehen sehr lecker aus!

Wuppertal kann auch vegan


Vor zwei Wochen bin ich in einer Facebook-Gruppe über den Hinweis gestolpert, dass es einen Burger-Laden in Wuppertal gibt, der auch einen veganen Burger anbietet. Also sind Martin und ich direkt noch vor unserem Urlaub dorthin gefahren. Wuppertal ist eine Nachbarstadt von unserem Wohnort. Das Hans im Glück liegt sehr zentral gelegen in Elberfeld. Weitere Filialen gibt es in Köln und München. In Wuppertal kann man sowohl drinnen als auch draußen sitzen und insgesamt ist der Laden recht groß. Tischreservierungen sind also nicht nötig. Hunde sind willkommen und bekommen natürlich auch einen Napf Wasser hingestellt. Die Einrichtung ist aufeinander abgestimmt. So findet man im Inneren überall Birkenstämme wieder, sowohl über die volle Höhe des Raums als auch als Halter für Soßen und Speisekarten. Sogar in den Speisekarten ist auf jedem Bild eine Birke zu finden, oder (s. Bild oben) als abgeholzte Baumstämme. Die Karte ist übrigens wirklich schön bebildert und erklärt, warum Hans im Glück nicht nur der Name sondern auch das Motto ist. Alles in allem würde ich den Laden schon fast als Restaurant bezeichnen, in dem es übrigens auch eine Cocktail-Bar gibt.

Es gibt einige vegetarische Burger bei Hans im Glück, darunter aber leider nur einen veganen, der aus einem „würzigen Weizen-Bratling mit extra Tomate, Rauke und Sprossen“ besteht. In der Karte findet man übrigens auf einer extra Seite diesen Hinweis: „Hans im Glück-Soße – Unsere hausgemachte Burgersoße wird ohne Eier und Milch angerührt und ist dadurch auch für Veganer geeignet“. Allein die Tatsache, dass dies bedacht wird, hat mich überrascht. Was in großen Großstädten langsam zur Normalität wird, ist hier nämlich noch eine Seltenheit. Aber gut, vermutlich hat das Hans-im-Glück-Konzept seinen Ursprung nicht in Wuppertal, sondern in einer der beiden anderen Städte.

Wir hatten also den Veganer Burger, Fritten und den „Garten Salat Natur“ mit Kernen, Sprossen, Nussdressing und Brot. Die Fritten sind der Hammer, auch der Salat ist wirklich lecker. Der Burger geht so… Das Brötchen ist leider kalt und durch den Haufen Salat, Sprossen und Tomatenscheiben (was alles natürlich auch kalt ist), fällt der kleine, anfangs vielleicht noch heiße Bratling nicht mehr auf. Das ist allerdings auch gar nicht so schlimm, weil ich generell eher auf Gemüsebratlinge stehe, die bestenfalls noch paniert sind. Das bisher beste Beispiel für einen richtig leckeren veganen Auswärts-Burger ist für mich immer noch der Cheeseburger im Blondies in Bochum.

Als Getränk hatte ich übrigens eine super leckere Schorle mit Hibiskusblüte und Minze, die den Namen „Durstlöscher“ verdient hat. Fazit: Unterm Strich fanden wir es sehr lecker, auch wenn der Burger optimiert werden sollte. Der Service ist nett – vor allem unser Kellner mit dem passenden Namen Seytan ;). Das Lokal ist toll eingerichtet, mich fasziniert natürlich vor allem die stimmige Corporate Identity (ja, auch in der Freizeit beschäftige ich mich damit). Wir waren nach dem Urlaub noch einmal dort, mit meinen Eltern. Sie haben zwar leider nicht zu einem fleischlosen Burger gegriffen, fanden ihre Burger jedoch lecker und waren auch begeistert. Achso, eins noch… die Preise sind im Vergleich zu anderen Burger-Läden eher hoch. Für uns bleibt Hans im Glück also eher eine Ausnahme. Die besten Burger gibt’s übrigens immer noch bei uns zu Hause!

Berlin mal wieder

Ich habe ja schon mal erwähnt, wie sehr ich es genieße, in der Hauptstadt zu sein. Es ist so einfach, richtig lecker vegan essen zu gehen – zumindest im Gegensatz zu meinem Wohnort Radevormwald und Umgebung. In Berlin gibt es vegane Pizza, Burger, Falafel, asiatische und afrikanische Speisen, gut bürgerliche oder gehobene Küche. Einfach alles und absolut international. Bei meinem letzten Berlin-Besuch, als ich zur Bio Messe eingeladen war, habe ich endlich dem Kopps einen Besuch abgestattet. Außerdem war ich im Vego.

Im Kopps habe ich geschmorte Soja-Roulade mit Apfel-Blaukraut, Salzkartoffeln und Bratensauce bestellt. Das Blaukraut war super, die Kartoffeln mit der Sauce waren sogar genial. Die Roulade war so, wie Roulade schmeckt, was mich ziemlich irritiert hat. War da wirklich kein Fleisch auf meinem Teller? Ich gehöre zu den Veganern, die bei so perfekten Fleisch-Fakes nicht mehr richtig genießen können. Klingt blöd, ist auch so. Da ich das eigentlich weiß, hätte ich die Roulade nicht bestellen sollen, aber ich wollte unbedingt wissen, ob die wirklich so gut ist. Ist sie auch… Aber ich muss sie nicht noch mal haben, wobei der Rest vom Gericht wirklich genial war. Und ich weiß, wohin ich meine liebsten Nicht-Veganer schleppe, wenn ich mal mit ihnen in Berlin bin. Dazu gab es übrigens eine now-Cola und später einen Soja-Capuccino. Auch sehr lecker.

Und nun zum Vego. Der Besuch dort war gar nicht eingeplant, aber ich habe mich einfach schon seit Tagen auf einen richtig guten veganen Burger gefreut und so sind wir dann durch meine „Vegman-App“ zum Vego gekommen. Ich hatte einen Chicken-Schnitzel-Cheese-Burger und eine Bio-Zisch Guarana-Cola. Dazu gab es „Gemüse-Pommes“. Der Burger war super, vor allem die Sauce und der „Käse“. Die Gemüse-Pommes waren tatsächlich frittiertes Gemüse mit Pommes – irgendwie hatten wir etwas anderes erwartet, aber es war trotzdem lecker, bloß leider sehr sehr fettig.

In beiden Läden möchte ich unbedingt noch mal essen gehen. Und wieder einmal ärgere ich mich darüber, dass ich hier nicht mal eben vegan essen gehen oder etwas Veganes bestellen kann. Als ich vor kurzem hier in Radevormwald in einer Pizzeria war und gefragt habe, ob man dort Eiernudeln oder Hartweizen-Nudeln benutzt, wusste man gar nicht, was ich will. Ja, ich weiß, die italienische Küche kennt Eiernudeln nicht, aber der Pizza-Bäcker sah mir auch nicht typisch italienisch aus. Ich habe mich dann für einen Salat entschieden und dafür, diesen Laden kein zweites Mal aufzusuchen. Bei unserem türkischen Imbiss gibt es übrigens nicht mal Falafel. Trotzdem… auf Dauer ist mir eine Großstadt zu voll, zu laut und zu hektisch. Ich bin froh, wenn ich zu Hause bin. Burger kann man schließlich auch selbst machen.