Minimalismus Challenge – Die Tage 7-13

Und weiter geht’s! Ich habe noch mehr aussortiert. Der Trödel rückt immer näher. Und so langsam wird das Ausmisten wirklich zur Challenge. Da ich schon im ganzen letzten Jahr so viel verschenkt, verkauft und entsorgt habe, merke ich so langsam, wie ich an meine Grenzen stoße. Aber das ist ein wunderbares Gefühl, denn endlich umgeben mich fast nur noch Dinge, die mich wirklich glücklich machen. Falls ihr dieses Gefühl auch entdecken wollt, empfehle ich euch die KonMari-Methode und das entsprechende Buch Magic Cleaning von Marie Kondo. Ich werde demnächst gerne meine ausführliche Meinung bzw. meine Erfahrung hiermit veröffentlichen.

In den nächsten Tagen widmen wir uns endlich dem Keller. Hier aber zunächst die Videos zu den Tagen 7-11 bzw. 12 und 13. Viel Spaß damit!

 

Minimalismus, oder: (Mein) Konsum kotzt mich an

zuverschenken

Vorab: Nein, wir leben nicht minimalistisch und ich mag mir auch nicht anmaßen, das zu behaupten. Was Minimalismus ist, muss ich euch auch bestimmt nicht erklären, da es mittlerweile ein richtiger Trend geworden ist. Falls ihr Minimalismus doch noch nicht kennt, findet ihr im Internet jede Menge Infos. Bei meiner Recherche zu diesem Thema habe ich u. a. einige YouTube-Videos gesehen und mit Kopfschütteln feststellen müssen, dass viele davon von Mädels sind, die ca. 300 Schminkutensilien, unglaublich viele Schuhe und Klamotten, Deko und sonstiges Zeug haben. Und die machen dann eine Roomtour durch ihre Wohnung und sagen so tolle Sätze, wie: „Schaut mal, ich habe nur noch 27 Lippenstifte, ich fühle mich soooo befreit!“.

Mir selbst ist vor einiger Zeit bewusst geworden, wie viel Zeug wir haben, das wir überhaupt nicht benutzen. Auslöser dafür war eine Umräumaktion in unserer Wohnung. Nachdem unsere Tochter langsam mobil wurde und auch immer mehr Zeug hatte, wurde mir klar, dass ich mein Arbeitszimmer dann doch abgeben muss. Wir mussten also ein komplettes Zimmer ausräumen (mehrere Regale und zwei Schreibtische) und aus unserem Wohnzimmer ein Wohn-/Arbeitszimmer machen. Und plötzlich began ein Trödel- und Ebay-Marathon, der bis heute anhält. Verkauft und verschenkt/gespendet haben wir innerhalb von Monaten u. a. einen Wohnzimmerschrank, Kleidung, Babysachen, ein Meerschweinchen-Eigenbau, einen Thron, ein Netbook und anderen technischen Kram, Schmuck, Bücher, Küchenutensilien, ein Wandbild, einen Glaskopf, Rollschuhe, CDs, DVDs, eine Schallplatte, Deko und vieles mehr. Der tollste Verkauf, der mir zwar nur einen Euro, aber dafür tatsächlich eine unglaubliche Befreiung gebracht hat, war der Verkauf meiner Bertelsmann-Lexikothek. Ich weiß gar nicht, wie das Teil nach fünf Umzügen und trotz Wikipedia und Google immer noch eine Daseinsberechtigung haben konnte. Ja, ich liebe Bücher, aber das ist zu viel des Guten. Und das Schlimme nach all den Verkäufen: Wir haben immer noch viel zu viel Zeug! Sogar unsere Tiere haben mehr Gedöns, als so mancher Minimalist. Dabei gehöre ich eigentlich zu den Leuten, die ungenutzte Dinge lieber entsorgen/verschenken/verkaufen, als sie aufzubewahren.

troedel

Und jetzt steht wieder ein Umzug an und ständig laufe ich in unserer Wohnung an großen und kleinen Dingen vorbei, die ich nicht mehr mitnehmen will. Ich möchte meiner Tochter auch gar nicht vermitteln, dass Materielles wichtig ist. Und da komme ich zu einem Punkt, der Auslöser für diesen Artikel hier war. Mich hat eine Erkenntnis wie ein Schlag getroffen: Dieser Blog hier und mein Wunsch nach einem nachhaltigen, veganen Lebensstil waren wie ein Öko-Deckmantel für unnötigen Konsum: Kosmetik, Kleidung, aber auch Lebensmittel etc. Wie grün und öko kann Konsum eigentlich sein, wenn man nachhaltig produzierte bzw. vegane Produkte kauft, die man aber eigentlich gar nicht braucht? Wie oft habe ich Sachen gekauft, nur weil sie vegan oder fair sind? Sachen, an denen ich sonst im Laden (oder Onlineshop) vorbei gelaufen wäre. Und damit soll nun Schluss sein.

Ich möchte also noch mehr loswerden, wir haben immer noch jede Menge Trödel (Kleinkram und große Sachen), die wir verkaufen wollen. Und ich möchte weniger konsumieren, was mir ja eigentlich gar nicht mal so schwer fällt, dachte ich zumindest immer. Ich habe überlegt, ob ich es schaffe, ein Jahr lang keine neuen Gebrauchsgegenstände mehr zu kaufen. Tja, dann überlegt man und denkt sich: Aber ich brauche Schuhe und gebrauchte Schuhe sind eklig … und wir brauchen nach dem Umzug eine zusätzliche Matratze und gebrauchte Matratzen sind eklig … Gut, also mache ich schon wieder Ausnahmen. Also wie weit kann ich gehen? Wie weit geht ihr?

Ich will ja gar nicht minimalistisch leben, ich will mir keine Grenze setzen und sagen, dass ich nicht mehr als 100 Dinge besitzen darf. Ich will auch nicht plötzlich geizig werden, aber ich will meinen Konsum endlich wirklich bewusst leben und auf die wirklich wichtigen Dinge beschränken. Das klingt jetzt komisch von einer, die einen veganen Öko-Blog schreibt und ich bin auch gar nicht so schlimm, wie sich das jetzt vielleicht anhört (im Vergleich zum Durchschnitts-Mittelständer sind wir sehr zurückhaltend mit unserem Konsumverhalten), aber für mich persönlich ist das schon zu viel – erschreckend zu viel. Ich bin jedenfalls gespannt, wo das nun hinführt und ob ich mich in der neuen Wohnung wirklich so befreit fühle, wie ich es mir erhoffe. Wie wäre es dann mit einer YouTube-Roomtour und ich zeige euch unsere Bücherwand und sage: „Schaut mal, es sind nur noch 1.057 Bücher, ich fühle mich soooo befreit!“ 😉

Erzählt mir doch von euren Erlebnissen mit Konsum und Konsumverweigerung. Lebt ihr auf „großem Fuß“ oder vielleicht sogar minimalistisch?

 

19 Dinge, die ich gerne früher gewusst hätte

Bei mir tut sich momentan sehr viel. Neben meinem Job als Marketingkommunikations & PR Managerin habe ich mich ja vor einiger Zeit mit einer Agentur für grünes Marketing und Kommunikation selbstständig gemacht. Ich habe viele nette Menschen mit interessanten Projekten kennengelernt und schon spannende Aufgaben erledigt. Natürlich befinde ich mich noch in der Anlaufphase und die Sache ist noch weit weg davon, ein Selbstläufer zu sein – vor allem weil ich mich momentan auch noch auf mein Studium konzentrieren muss. In weniger als zwei Wochen ist die letzte und für dieses Semester wichtigste Klausur terminiert. Danach folgt dann die Diplom-Arbeit, die ich hoffentlich über eines meiner Lieblingsthemen schreiben darf: Greenwashing. Wobei ich mit „Lieblingsthema“ natürlich nicht sagen will, dass ich es toll finde, wenn Unternehmen sich grün waschen.

Über all dem will ich auch meinen Blog nicht vernachlässigen, dessen Beginn Anfang des Jahres in die Zeit des privaten und beruflichen Umbruchs gefallen ist und der mir deswegen sehr viel wert ist. Ich habe so viele Artikel geplant, die etwas umfangreicher sein sollen, dass ich mich meist auf die nicht so umfangreichen konzentriere. Ich muss wohl an meinem Zeitmanagement arbeiten…

Jedenfalls bin ich vor einigen Monaten auf den Blog Freilaufmenschen aufmerksam geworden. Darin schreibt Andrea über Menschen, die in ihrem Job nicht glücklich sind und über die Menschen, die den Ausbruch „aus dem Karrierekäfig“ gewagt haben und „endlich glücklich“ sind. Ich konnte mich von Anfang so gut mit den Geschichten identifizieren, dass ich seit dem fast wöchentlich in den Blog schaue. Und heute habe ich einen Artikel gelesen, in dem es um „15 Komma 5 Dinge“ geht, die sie gerne früher im Leben gewusst hätte. Der Artikel hat mich dazu inspiriert, selbst einen über dieses Thema zu schreiben und zwar in Bezug auf die Themen Ernährung, Konsum und Umwelt. Hier also meine 19 Dinge, die ich gerne viel früher im Leben gewusst hätte:

  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass an anderen Orten auf der Welt Millionen Menschen hungern und verhungern müssen, damit Industrieländer ihre Völlerei und ihren Lebensstandard realisieren können.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, unter welchen Bedingungen Milch hergestellt wird. Dass dafür Kühe schwanger gehalten werden, ihnen ihre Kälber entrissen werden und sie tagelang verzweifelt nach ihnen schreien. Dass die Kälber entweder in der Wurst landen, selbst zu Milchmaschinen werden oder von allein an Schwäche sterben. Dass Kühe ein ausgeprägtes Gemeinschaftsbewusstsein haben. Dass jede achte Kuh trächtig zum Schlachter kommt – teilweise kurz vor der Geburt steht und was mit den teilweise voll ausgebildeten Föten passiert.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, für welche Krankheiten der Konsum von Milchprodukten verantwortlich gemacht wird. Osteoporose, Diabetes, Krebs…
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass männliche Küken „gesext“ – also kurz nach dem Schlüpfen lebendig geschreddert oder vergast werden, einfach weil sie aufgrund ihres Geschlechts für die Produktion nichts wert sind. Dieses Schicksal trifft jährlich rund 50.000.000 Küken.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass Fleischproduktion massivst zur Verschmutzung der Umwelt und zur Klimaerwärmung beiträgt. Für die Produktion eines einzigen Kilos Fleisch benötigt man 15.500 l Wasser und 16 kg Getreide. 40 % des Regenwaldes sind in den letzten vier Jahrzehnten für die Produktion von Futtermitteln und Weideflächen gerodet worden. Auf einen Rindfleisch-Burger herunter gerechnet, soll das 50 Quadratmeter Land ausmachen. Mit den Unmengen an Tierfäkalien, die in der Massentierhaltung entstehen, werden Trinkwasser und Boden stark belastet. Durch den Ausstoß von Ammoniak und Methan kommt es zu saurem Regen, d. h. die Fäkalien sind an ca. 30 % des Waldsterbens verantwortlich. Zudem ist die Nutztierhaltung für 18 % des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich. Mineraldünger und Pestizide beim Anbau von Futtermitteln zerstören Boden und Luft. Monokulturen von (gentechnisch verändertem) Mais und Soja, welche zur Futtermittelherstellung angebaut werden, sind zu einem großen Teil für den Verlust der Biodiversität verantwortlich.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass viele Schlachthof-Mitarbeiter (aus Frust oder anderen Gründen) abstumpfen und beginnen, die Tiere dort absichtlich zu quälen und zu foltern.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass es kaum noch Fischarten gibt, deren Bestand noch hinnehmbar ist. Dass 80 % der Arten weltweit überfischt sind und allein für Thunfisch ca. 145 andere Arten als Beifang sterben.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass allein bei der Schlachtung von Schweinen bis zu 12,5 % der Tiere nicht ausreichend betäubt sind und sie ihre Schlachtung miterleben, bei der rein automatischen Schlachtung sind es noch 3,3 %. Allein in Deutschland werden jährlich über 40.000.000 Schweine geschlachtet.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, welches Tierleid die Kosmetikindustrie verursacht und wie einfach es ist, auf tierleidfreie Kosmetik umzusteigen.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, welche Tierversuche allein die Tabakindustrie durchführt.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass Forscher in Tierversuchen die Empathie von Primaten erforschen wollen. Ironie?
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass die größten Konzerne mit den bekanntesten Marken aktiv zu Menschenausbeutung und Menschenrechtsverletzungen sowie Umweltverschmutzung und Tierleid beitragen.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, wie Tiere auf Pelztierfarmen leben, leiden und sterben müssen.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass jeder Bundesbürger in Deutschland durchschnittlich 81,6 kg essbare Lebensmittel in die Tonne haut. Insgesamt sind es allein in Deutschland 11.000.000 Tonnen (private und gewerbliche Verbraucher, Industrie und Handel).
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, wie hart Kinder für Industrien wie z. B. die Kaffee-, Kakao- und Textilindustrie arbeiten müssen und dass sie nicht in die Schule gehen können, weil sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen. Und dass auch die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung von Erwachsenen in einigen Ländern so schlecht sind, dass sie hungern und schwer krank werden – nur um für Menschen in Industrieländern billige Ware zu produzieren.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass Fleischkonsum für viele (Volks-)krankheiten, Unverträglichkeiten und Resistenzen verantwortlich ist (Krebs, Diabetes, Magengeschwüre, Nierensteine, Herzkrankheiten, Demenz, Salmonelleninfektionen, Antibiotikaresistenzen…)
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, welche Qualen Tiertransporte für die Tiere bedeuten.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, was die Subventionierung von Nutztierhaltung und Landwirtschaft für Menschen in Afrika bedeutet. Dass deutsche Firmen dort billiges Fleisch auf den Markt werfen und somit die einheimischen Bauern verdrängen, deren Familien dadurch hungern müssen.
  • Ich wünschte, ich hätte früher gewusst, dass es kein Verzicht, sondern eine Bereicherung ist, wenn man bei Ernährung und Konsum verantwortungsbewusst umgeht.

Mir würde sicherlich noch viel, viel mehr einfallen, wenn ich für die nächsten Tage hier sitzen würde. Was hättet ihr gerne früher gewusst? Meint ihr, dass Eltern, Lehrer und andere Bezugspersonen von Kindern sowie die Medien dafür verantwortlich sind, dass Kinder gewisse Dinge frühzeitig erfahren? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

Quellen: Schlachtung und Transport: www.vegetarier.net, Milch: www.peta.de, Buch: Milch lieber nicht, Eier: www.peta.de, Fleischproduktion und -konsum: www.welthungerdemo.de, www.greenpeace-magazin.dewww.peta.de, www.v-heft.de, www.respektiere.at, www.fleischverbot.info, http://albert-schweitzer-stiftung.de, Buch: Tiere essen von Jonathan Safran Foer, www.sueddeutsche.de, Fischfang: www.umweltjournal.deBuch: Tiere essen von Jonathan Safran Foer, Lebensmittelverschwendung: www.zeit.de, Film: Taste the Waste

Ein neues Kochbuch

Sehr schön: Wenn man vergisst, dass man etwas bestellt hat, kann man sich quasi selbst eine Überraschung bereiten.

Heute war „Das OX-Kochbuch vier“ in der Post, zusammen mit zwei Frühstück-Sets, einem Schälmesser und einem „Kochen ohne Knochen“-Beutel. Das alles gibt es im Online-Shop des Ox Fanzine.

Das Kochbuch bietet sowohl vegetarische als auch vegane „Punk-Rezepte“ von so äußerst interessant klingenden Speisen, wie „Frittiertes Gemüse in Schokoladensauce“ oder „Pasta on Speed“. Da ich noch ’ne Packung Sauerkraut hier habe, werde ich morgen mal das „Sauerkrautcurry“ versuchen. Und für’s Wochenende ist schon das vegane „Sushi für Uschi“ geplant. Ich werde euch berichten!

Ab jetzt gibt’s Punk-Rock in unserer Küche!