Stoffwindeln, die Zweite

petitlulu

Ich habe euch ja bereits von den All-In-Ones erzählt – super Anfängerwindeln, mit Vor- und Nachteilen. Bei uns haben sie nachts leider überhaupt nicht gehalten, also brauchten wir hierfür eine neue Lösung. Oben seht ihr sog. Höschenwindeln, hier von petit lulu. Die Dinger saugen sich komplett voll und haben somit das größte Saugvolumen aller Stoffwindeln (mit Einlagen besonders viel). Uns haben diese Windeln in Extrempipi-Zeiten (ich weiß nicht, wie ich das sonst nennen soll) sehr geholfen. Damit muss man das Kind nachts nicht unnötig wach halten, um ständig zu wickeln. Es gibt auch extra Fleece-Einlagen, die die Nässe von der Babyhaut fernhalten.

Über Höschenwindeln zieht man Überhosen:

MiloviaAuf diesen Bildern seht ihr eine Auswahl meiner Überhosen von Milovia. Sie passen gut über Höschenwindeln, man kann sie sonst aber auch mit Einlagen oder Prefolds (z. B. aus Bambus oder Hanf) oder ganz normalen Mullwindeln nutzen. Manche stopfen die Überhosen auch mit selbstgenähten Einlagen aus Handtüchern oder anderen Stoffen – je nach Belieben bzw. je nachdem, was gerade gebraucht wird. Im Gegensatz zu All-In-Ones muss man also nur die Einlagen wechseln und kann die Überhosen mehrmals benutzen, bevor man sie wäscht, was ein großer Vorteil ist.

Derzeit nutzen wir nachts zwar noch die Höschenwindeln, brauchen sie aber eigentlich nicht mehr, da unsere Maus nachts mittlerweile meist trocken ist, d. h. sie meldet sich 1 x pro Nacht, weil sie aufs Töpfchen muss und schläft dann glücklich in der gleichen (weil noch trockenen) Windel weiter. Das kam übrigens ganz von ihr selbst, ich musste die Zeichen bloß erkennen und verstehen. Aber hierüber schreibe ich euch in einem eigenen „Windelfrei“-Artikel. Habt ihr Erfahrungen mit Windelfrei gemacht, von denen ihr erzählen wollt?

Stoffwindeln – von der Anfängerin zur Süchtigen

Angefangen habe ich mit gebrauchten Stoffwindeln. Ich hatte gar keine Ahnung, was Stoffwindeln überhaupt sind (außer, dass es die bessere Alternative zu Wegwerfwindeln sein muss) und musste mich erst mal auf dem großen Markt der „Stoffis“ umschauen. Mein Freund und ich haben uns stundenlang YouTube-Videos angeschaut und das Einfachste schienen die sog. All-In-Ones zu sein. Windeln, die man genau so nutzt, wie Wegwerfwindeln – mit dem Unterschied, dass man sie nach Gebrauch nicht in den Müll- sondern in den Windeleimer wirft und wäscht. Da ich die meiste Babykleidung gebraucht gekauft habe, war mir klar, dass ich die Stoffwindeln auch gebraucht kaufe und habe diesbezüglich sogar ein richtig gutes Schnäppchen bei mamikreisel gemacht.

Einmal angefixt, habe ich mich jedoch weiter mit dem Thema beschäftigt und zu den gebrauchten Stoffwindeln kamen neue – erst All-in-Ones, dann Überhosen mit Einlagen aus diversen Stoffen, schließlich Höschenwindeln mit anderen Überhosen für nachts und zu guter Letzt All-in-Threes für unglaublich viel Geld, dafür ganz fair in Deutschland in einer kleinen Schneiderei genäht.

Was mich ein Bisschen ärgert, ist, dass sich Windeln im 2nd-Hand-Handel extrem von sonstiger Babykleidung unterscheidet. Wo man beim Body, Oberteil oder Strampler bis zu 90 % für gute 2nd-Hand-Kleidung sparen kann, zahlt man bei Stoffwindeln für (teilweise lange) gebrauchte Teile bis zu 90 % des Ursprungspreises. Bei Tragetüchern und -hilfen zahlt man bei gebrauchten Teilen manchmal sogar mehr als für Neuware, aber das ist noch ein ganz anderes Thema. Jedenfalls verleidet es einem den nachhaltigen 2nd-Hand-Kauf und so habe ich mittlerweile selbst nur noch neue Stoffwindeln – und das ist fast schon eine Wertanlage.

bumgenius1

Hier seht ihr ein schönes Beispiel für o. g. All-in-Ones. bumgenius Elemental sind Öko-Stoffwindeln mit Bio-Baumwolle in Onesize (d. h. sie passen von 4-16 kg). Sie machen – im Gegensatz zu einigen anderen Stoffis – einen vergleichsweise schlanken Windelpo, saugen aber ohne Extraeinlage auch nicht so viel und sind für Vielpinkler nicht unbedingt geeignet. Dafür trocknen sie wunderbar schnell, sind schön weich und schmiegen sich an den Bündchen schön an die Haut an. Für mich als Einsteigerin waren es die perfekten Stoffwindeln.

Wenn man mit All-In-Ones wickeln will, braucht man gut 20 Stück und muss erst mal eine schöne Stange Geld investieren. Auch auf den Strom- und Wasserrechnungen macht es sich bemerkbar. Wobei ich zugeben muss, dass wir uns kurz vor der Geburt einen Trockner angeschafft haben. Eigentlich haben wir das aus ökologischen Gründen immer vermeiden wollen, aber jetzt weiß ich, dass es eine der besten Entscheidungen war. Zumal jetzt auch endlich die Tierhaare restlos von den Wäschestücken verschwinden. Noch so ein Kompromiss, den wir eingegangen sind. Zurück zum Thema: Wenn man nicht gerade die teuersten Stoffwindeln kauft und auch wirklich nur so viele, wie man tatsächlich braucht, zahlt man unterm Strich aber mit Abstand weniger auf die Wickelzeit gerechnet als für Wegwerfwindeln. Und wenn man die Windeln dann noch für ein oder mehrere Geschwisterkinder nutzt und sie zum Schluss vielleicht sogar noch weiterverkauft, hat man wirklich eine Menge Geld und vor allen Dingen Müll gespart. Und die Produktion von Stoffwindeln ist letztlich auch nachhaltiger, als die von Wegwerfwindeln.

Wie ist das bei euch? Nutzt ihr Stoffwindeln? Seid ihr Kompromisse bzgl. eures Konsums eingegangen?

Ein Jahr Gemüsebaby

Baelle

Tja, so schnell geht das. Gerade ist man noch schwanger und plötzlich feiert das Kind seinen ersten Geburtstag. Ich weiß gar nicht, wo die Zeit hin ist und ich frage mich, wie andere Mütter es schaffen, weiterhin regelmäßig zu bloggen. Ich bin ja schon ein Bisschen wehmütig, dass die Maus schon so groß geworden ist. Und die ständigen Fragen danach, ob ich denn noch stille, ob das Töchterchen denn nun endlich im eigenen Zimmer schläft oder ob ich immer noch trage, machen es nicht besser. Und ja, ich stille noch, das Kind schläft weiterhin neben mir und sie wird auch immer noch getragen.

Und nicht nur mein Kind hat sich im letzten Jahr krass entwickelt, auch ich bin mental gewachsen – aber nicht unbedingt erwachsener geworden, eher im Gegenteil, im bin wieder mehr Kind. Das Gemüsekind ist einfach der lustigste Mensch, den ich je kennengelernt habe.

Wie ist das denn nun eigentlich, wenn man vegan durch die Schwangerschaft, Still- und Beikostzeit geht, wenn man versucht, möglichst ökologisch und nachhaltig zu konsumieren und dabei alle Bedürfnisse decken möchte? Es ist einfacher, als so mancher denken würde, aber auf Kompromisse haben wir uns dann doch immer wieder eingelassen. So wickeln wir z. B. mit Stoff, sind zwischenzeitlich allerdings auch mal auf Öko-Wegwerfwindeln ausgewichen (Urlaub, Krankheit). Wir versuchen, Plastik zu vermeiden (s. u.), konnten dem obligatorischen Bällebad jedoch nicht widerstehen (s. o.). Wir tragen, haben aber nach drei Monaten dann doch einen Kinderwagen gekauft (den wir bisher ca. zehn Mal benutzt haben). Nur beim Thema Vegan bin ich kompromisslos, zumindest was Lebensmittel, Kleidung, Spielzeug etc. angeht. Und ja, vegane Kinderernährung ist möglich und gesund, man sollte sich jedoch mit ausgewogener Ernährung und Nährstoffen auseinandersetzen – was aber kein Hexenwerk ist und es gibt mittlerweile einiges an Literatur, Ernährungsberatungen und Webseiten, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Und ganz langsam kommt auch bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) an, dass sie das Thema nicht mehr gänzlich ablehnen kann.

Geschirr

Hier seht ihr übrigens ein hübsches Kindergeschirr von Becothings, das zu ca. 80 % aus Pflanzenfaser (Bambus, Reisschalen) besteht und kompostierbar ist (unter besten Voraussetzungen natürlich). Es ist trotzdem bruch- und spülmaschinenfest und der kleine Becher kann super von Kinderhänden gehalten werden. Eine tolle Alternative zu den üblichen Geschirren aus diversen Kunststoffen, wie PA oder Melamin.

Wie ist das eigentlich bei euch? Gibt es unter meinen Lesern/Leserinnen Schwangere oder Mütter?

Ich bin wieder da …

schwanger

Ihr Lieben! Ich dachte, es ist an der Zeit, dass ich euch aufkläre, warum hier so lange nichts passiert ist. Über ein Jahr war ich nun untätig, dabei ist so viel passiert.

Ich bin mal eben Mama geworden und war mit vielen Dingen beschäftigt, bloß nicht mit meinem Blog. Trotzdem habe ich fleißig Themen gesammelt und habe eigentlich jede Menge Artikel in der Pipeline. Ich bin gespannt, ob ich es die nächsten Tage schaffe, ein paar davon abzuarbeiten.

Aber schon mal vorab: Ja, ich bin weiterhin vegan. In der Schwangerschaft war die Ernährung überhaupt kein Problem und jetzt in der Stillzeit muss ich auch weiterhin nur das beachten, was ich auch so schon immer beachten musste – ausgewogen essen und alle wichtigen Nährstoffe zu mir nehmen. Bisher bin ich damit auch noch nirgends angeeckt. Für die meisten in meiner Umgebung war es selbstverständlich, dass ich mich weiterhin vegan ernähre. Meiner Hebamme war es ziemlich egal, zumal im Geburtshaus sogar die ProVegan-Broschüre auslag. Meine Gynäkologin hat gar nicht darauf reagiert. Die Ernährungsberaterin, zu der ich aus einem anderen Grund gegangen bin, hat nur angemerkt, dass ich zu viele Süßigkeiten esse. Und meine neue Hausärztin hat sich selbst als vegetarisch/fast vegan geoutet und konnte gar nicht verstehen, warum ich diverse Blutwerte testen lassen wollte. Als Veganer habe man ja “nicht automatisch einen Mangel.”  Bloß der Kinderärztin habe ich es noch nicht erzählt und ich versuche auch, mich darum zu drücken.

Aber bevor ich mich jetzt verrenne: Gerne könnt ihr mir schreiben, was ihr über meine vegane Schwangerschaft wissen wollt. Weitere Themen, die sicherlich interessant sind, sind: Stillzeit, Stoffwindeln etc., vegane Kinderernährung, Tragetücher und -hilfen, Kinderbekleidung, nachhaltiges Spielzeug … Der Baby- und Kindermarkt ist riesig und Nachhaltigkeit wird hier leider sehr klein geschrieben.

Aber keine Angst, die bisherigen Themenbereiche bleiben erhalten. Wie gesagt, ich habe noch einiges in der Pipeline.

Ich freue mich, endlich wieder loslegen zu können und hoffe, dass ich es auch regelmäßig wieder schaffe.

Eure Janine