Ein (halber) Tag in Münster

Eigentlich wollten wir nur schnell einen Rock zurückgeben, der mir letzte Woche leider in der falschen Farbe geschickt worden ist und dann in die Bionik-Ausstellung in’s Naturkundemuseum Münster gehen. Aber wie oft kommen wir schon in einen Laden, der tolle, faire Öko-Mode verkauft? Also hat der Aufenthalt im Lädchen gruene wiese ein wenig länger gedauert. Der Rock ist zwar tatsächlich zurück gegangen, aber dafür hat mein Freund sich direkt in einen tollen Zip Hoody von THOKKTHOKK verliebt und für mich gab’s ne sexy Jeans von Kuyichi und ein süßes T-Shirt von armed angels. Die beiden Mädels hinter der Kasse waren auch super lieb – wir werden bei unserem nächsten Aufenthalt in Münster auf jeden Fall wieder dort vorbei schauen. Und ich habe mal wieder die Bestätigung dafür bekommen, dass es doch besser ist, die Klamotten im Laden zu kaufen, statt sie zu bestellen. Aber wenn man immer so weit dafür fahren muss…

In die Bionik-Ausstellung haben wir es aber doch noch geschafft, auch wenn wir zum Schluss die letzten Besucher waren, die das Gebäude verlassen haben. Tja, was soll ich sagen? Die Ausstellung ist wirklich gut gemacht, sehr informativ und interessant. Man lernt auch einiges – z. B. über Käfer, die ihre Larven nach einem Waldbrand in verkohltes Holz legen und wie Wissenschaftler daraus Erkenntnisse für die Entwicklung eines Roboters, der Waldbrände löschen soll, gezogen haben. Oder über Stoff, der aus Schiffen ausgetretenes Öl aufsaugen soll, die Erfindung des Klett-Verschlusses, besondere Sportbekleidung, den Lotus-Effekt, Aerodynamik – alles Erfindungen basierend auf dem, was die Natur ganz allein entwickelt hat. Und die allgegenwärtige Frage, ob der Mensch diese „Erfindungen“ dann tatsächlich patentieren lassen darf.

Wie auch immer, davon abgesehen, dass die Ausstellung dafür gesorgt hat, dass ich mir der faszinierenden Natur wieder einmal etwas bewusster geworden bin, war ich doch die ganze Zeit ziemlich bedrückt. Zur Veranschaulichung der Naturwunder waren überall ausgestopfte Tiere ausgestellt. Nun mögen einige dieser Tiere eines natürlichen Todes gestorben, oder bei einem Unfall um’s Leben gekommen sein, aber sicherlich nicht die meisten. Viele sind durch Jäger oder Wissenschaftler getötet und dann ausgestopft worden. Und besonders die Wand, an der man dazu aufgefordert wurde, Robbenfell und Haihaut anzufassen, fand ich sehr makaber. Und wenn man erst staunend angesichts der Größe vor einem Mammut steht und dann lesen muss „Für dieses Mammut wurden die Felle von 24 Moschusochsen verarbeitet“, wird man eher traurig. Mal sehen, welche Tierfelle verarbeitet werden, wenn der Moschusochse einst ausgestorben ist… Am meisten haben mich dann doch die lebendigen Blattschneideameisen interessiert, die durch ein großes Röhrensystem gekrabbelt sind, auch wenn ihnen die Größe des Baus aufgezwungen wurde. Dass der Mensch die Dinge immer einsperren und/oder auseinandernehmen muss, weil er meint, sie dann besser verstehen zu können…

Der Tag in Münster war dann auch schon wieder vorbei, weil wir abends noch in Hagen in’s Kino wollten, denn auch für Kino müssen wir ein Stück weit fahren…

Hier noch ein Eindruck, den die Fahrradstadt hinterlassen hat:

 

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