Minimalismus Challenge – Noch mehr aussortieren

Wir werden am 18.02. wieder auf einen Trödelmarkt gehen, weil wir auch nach unserem Umzug (oder gerade deswegen) noch sehr viele Trödelsachen im Keller und auf dem Dach haben, die wir nun langsam wirklich loswerden wollen. Gerade den Keller benötigen wir demnächst für andere Dinge und außerdem will man sich auch darin bewegen und Sachen wiederfinden können. Wir wollen dort also aufräumen und die verbleibenden Sachen ordentlich verstauen. Und obwohl ich in den letzten drei Monaten schon sehr viel (auch große Teile) verkauft und verschenkt habe, ist der Keller immer noch übervoll. Außerdem haben wir auch in der Wohnung immer noch Dinge, die bei den letzten Ausmist-Aktionen noch eine Schonfrist bekommen haben und die jetzt gehen dürfen. Darunter befinden sich auch mindestens zwei größere Geräte.

Also habe ich mir gedacht, an der Minimalismus Challenge teilzunehmen, bei der man jeden Tag etwas aussortiert. Und zwar an Tag Eins eine Sache, an Tag Zwei zwei Sachen, an Tag 14 14 Sachen usw. Insgesamt sortiert man also 465 Dinge aus.

Da ich selbst auf Youtube zu dieser Challenge inspiriert worden bin, habe ich mir gedacht, dass ich das ganze auch filmen und dann hochladen möchte. Ein Einführungsvideo hierzu habe ich bereits vor ein paar Tagen hochgeladen. Hier könnt ihr jetzt sehen, was ich an den Tagen 1-6 aussortiert habe.

Und das Wichtigste, was man bei dieser ganzen Minimalismus-Geschichte lernt ist, dass man sich bei allen neuen Anschaffungen genau überlegt, ob man sie benötigt oder nicht. Denn, ganz ehrlich, es ist in unserer Gesellschaft so extrem einfach, Dinge schnell zu erwerben, aber es ist immer mit viel Anstrengung verbunden, Dinge wieder loszuwerden, wenn man sie nicht einfach wegschmeißen will.

Wie sind eure Erfahrungen? Meint ihr, dass ihr minimalistisch lebt oder auf dem Weg dahin seid? Oder ist das gar nichts für euch? Was ist eure Meinung zu Nachhaltigkeit vs. Konsum?

Das beste Weihnachtsgeschenk – Konjac-Schwamm

Mein Mann und ich schenken uns mittlerweile gar nichts mehr zu Weihnachten. Uns reicht es völlig, unsere Tochter zu beschenken. Generell werden ja bekanntlich die Geschenke kleiner, je älter man wird, was ich allerdings sehr gut finde, da (übliche) Geschenke nicht sehr gut zum minimalistischen Lebensstil passen. Wenn ich an unsere Trödelstände zurückdenke, waren 80 % der Sachen, die wir dort verkauft haben, ursprünglich mal Geschenke – zu welchem Anlass auch immer. Ein Geschenk jedoch hat mich Weihnachten 2016 dann doch ganz besonders erfreut: ein Konjac-Körperpflege-Schwamm. So ein Schwamm stand nämlich schon seit geraumer Zeit auf meiner „Noch zu testen-Liste“, ich hatte bisher bloß noch keinen bestellt oder im Geschäft gesehen. Teuer sind die Dinger mit ca. acht Euro allerdings nicht.

Laut Verpackungstext ist der Konjac-Schwamm ein „veganes, reines Naturprodukt aus der Pflanzenfaser der Konjacwurzel“. Die Pflanze wird auch Teufelszunge genannt, stammt aus Asien und ist dort vor allem als Lebensmittel bekannt – weniger wegen des Geschmacks, sondern mehr wegen der Konsistenz. In der Verpackung wird der Schwamm von Croll & Dennecke feucht gehalten und fühlt sich an wie ein ganz normaler Schwamm – dabei sehr weich und angenehm. Andere Hersteller verkaufen die Schwämme getrocknet. Man nutzt ihn ohne weitere Produkte, d. h. ohne Duschgel oder ähnliches. Einfach in warmes Wasser eintauchen und Gesicht oder Körper damit massieren, was die Durchblutung anregt. Er wirkt alkalisch und gleicht den Säuregehalt der Haut aus. Der Geruch ist gewöhnungsbedürftig, aber nicht unangenehm – es erinnert mich ein wenig an Schwimmbad. Der Schwamm sollte immer wieder trocknen können und ist (zumindest bei diesem Hersteller) ca. 12 Wochen bei täglichem Gebrauch nutzbar.

Ich habe mich sehr schnell damit angefreundet und freue mich, hiermit auch das Duschgel sparen zu können. In Kombination mit Roggenmehl als Shampoo spart man viele Produkte und Müll und darf sich über natürliche Körperhygiene freuen. Außerdem belastet man die Umwelt nicht mit künstlichen Stoffen oder Plastik-Mikropartikeln, wie sie in Shampoos und Duschgels vorhanden sind/sein können. Konjac-Schwämme mit Zusätzen wie Lavendel oder Bambuskohle von weiteren Herstellern und in plastikfreier Verpackung findet ihr bei Wolkenseifen, woher ich übrigens auch (auf Empfehlung) das beste Deo habe, das ich bisher finden konnte.

Auf einer Webseite habe ich übrigens gelesen, dass man einen Konjac-Schwamm nicht unbedingt entsorgen muss (er ist kompostierbar). Man kann ihn auch im Blumentopf oder im Garten vergraben, um Pflanzen mit Wasser zu versorgen.

Habt ihr noch Tipps bzgl. natürlicher, veganer oder minimalistischer Körperhygiene? Wie sind eure Erfahrungen? Und wie war euer Weihnachten 2016? Ich wünsche euch ein wunderschönes 2017 und habe mir fest vorgenommen, diesen Blog hier weiterzuführen – vielleicht sogar ein Bisschen lebendiger als in den letzten Monaten.

Minimalismus und Ausmisten und No (new) Buy-Challenge

Troedel

Ich dachte, ich halte euch mal auf dem Laufenden. Zum einen, weil ich euch gerne inspirieren will, euch selbst von den Dingen zu trennen, die euch die Sicht auf das Wesentliche versperren und zum anderen, um mir selbst auch unseren Fortschritt zu zeigen. Ich habe mich erst gestern wieder erwischt, wie ich sagen wollte: „Wir haben schon so viel verkauft, aber es wird einfach nicht weniger.“ Allerdings stimmt das gar nicht. Mittlerweile merkt man eben doch, dass es leerer wird.

Was wir in den letzten Wochen noch verkauft, verschenkt und weggeschmissen haben: diverse Kleidung (wie z. B. T-Shirts, Overknees, Schuhe, Gürtel), ein Meerschwein-Außengehege, Kugelschreiber, Zeitschriften, Flyer, einen Wasserfilter, Haustier-Zubehör (Hunde, Katzen, Meeries, Aquaristik), Zinn-Tassen, Dokumentenmappen, Küchenutensilien (z. B. Plastikbehälter), Jutebeutel, Lanyards, Bücher, ein Portemonnaie, einen Laufstall, Miniatur-Vespas, eine Gitarren-Fußbank, ein Fahrrad, eine Polaroid, CDs und diverse andere Sachen. Im September ist unser Umzug und bis dahin wollen wir noch einigen Ballast loswerden. Vor allem den Keller müssen wir uns noch vornehmen. Einen Tag nach dem Umzug gehen wir auf einen Trödel, um das loszuwerden, was bis dahin noch nicht weg ist.

Außerdem versuche ich mich selbst gerade ein wenig in Richtung „No Buy“ zu kriegen, was kurz vor dem Umzug und unserer Hochzeit natürlich unmöglich ist. Ja, ich habe mir dafür ein neues Kleid gekauft und das ein oder andere Accessoire hierfür – allerdings werde ich alte Schuhe anziehen und Mamas Handschuhe. Und da es ein Kleid ist, welches man so auch mal anziehen kann, ist es okay für mich. Ich wäre zwar tatsächlich auch in Jeans hingegangen, aber das konnte ich dann doch nicht durchziehen. Meine Tochter bekommt übrigens das gleiche Kleid. Und nach der Trauung gehen wir ganz minimalistisch (und romantisch) zu dritt picknicken.

Aber abgesehen von den Hochzeitseinkäufen, die ich gemacht habe, war ich ziemlich standfest. Ich brauchte eine neue Sporthose, weil meine alte kleine Löcher hatte. Heute habe ich über Kleinanzeigen eine günstige Kleiderstange ergattert, die ich schon seit Monaten zum Trödeln haben wollte und die ich nach dem Umzug für unser Büro gebrauchen kann. Und morgen hole ich mir ein Meditationskissen ab, welches ich auch über die Kleinanzeigen gefunden habe. Ich muss ja gestehen, dass ich häufig zu Schnellkäufen in Online-Shops neige, wenn ich etwas brauche. Dem möchte ich jetzt entgegenwirken, indem ich gezielt nach 2nd-Hand-Ware suche und dadurch länger suchen muss. So wird es nicht nur günstiger, sondern ich entscheide mich vielleicht doch noch gegen diesen Kauf.

Oh verdammt, es gab doch noch einen Kauf: Da ich in der neuen Wohnung einen kleinen Waschtisch für meine Tochter bauen will, habe ich einen alten Vollholz-Stuhl besorgt, dessen Sitzbank man aufklappen kann. Dafür eine gebrauchte Emaille-Schüssel und einen Handspiegel (leider neu, da ich keinen alten gefunden habe). Hierüber werde ich hoffentlich einen Upcycling-Artikel schreiben. Für das Thema hatte ich ja auch schon lange keine Zeit mehr.

Eine Sache wollte ich euch als Denkanstoß noch erzählen: Als ich zuletzt bei meinen Buddhisten war, ging es um das Thema „Wo ist Glück zu finden?“ und in der Diskussion ging es sofort um Materielles, wie z. B. Apple-Produkte und Autos. Es ging natürlich nicht nur darum, aber es lief immer wieder auf das Gleiche hinaus. Ich war davon ziemlich ergriffen und musste noch lange über dieses Gespräch nachdenken.

Wie ist es bei euch? Wo findet ihr Glück? Und wie sieht es bei euch derzeit bzgl. kaufen und nicht-kaufen aus?

Kartonsausgang

Im Test: Roggenmehlshampoo #NoPoo

Shampoo

Ich bin schon lange auf der Suche nach einer Alternative zu herkömmlichem Shampoo. Warum?

  1. Seit ich selbst für mich einkaufen muss, habe ich eine starke Abneigung dagegen entwickelt. Shampoo ist nur ein Produkt von vielen, deren Einkauf mich richtig nervt. Es gibt Hunderte: Für gefärbte Haare, für rote Haare, für blonde Haare, für braune Haare, für lockige Haare, für dünnes Haar, für leicht fettendes Haar, für spröde Haare, gegen Spliss, Shampoo und Spülung in einem, für lange Haare, für Volumen, für empfindliche Haare, Pflegeshampoo, für Männer, für Glanz … um nur einige zu nennen und für diese Liste musste ich jetzt gar nicht lange überlegen. Da stehe ich dann vor dem Regal und denke mir: „Hmm, ich habe gefärbte, blonde, schnell fettende Haare, die zu Spliss neigen. Was mache ich denn nun?“ Ich habe mich eigentlich riesig gefreut, als ich vegan wurde und sich die Möglichkeiten stark eingeschränkt haben. Allerdings ist die Auswahl jetzt wieder unnötig groß, weil immer mehr Produkte vegan sind (was ja eigentlich eine tolle Entwicklung ist, aber kann es nicht einfach nur eine kleine Auswahl geben?).
  2. Ich verbrauche große Mengen. Da ich langes, sehr dickes Haare habe, brauche ich auch entsprechend viel Shampoo. Den Verbrauch konnte ich schon gut reduzieren, indem ich a) meine Haare daran gewöhnt habe, dass ich sie nur noch ca. alle drei Tage wasche. Vorher haben sie extrem gefettet und ich musste täglich waschen. b) nur noch die Kopfhaut shampooniere und so weniger nehmen muss. Trotzdem verbrauche ich viel Spülung, weil ich meine Haare nach dem Waschen sonst nicht durchkämmen kann.
  3. Vermeidung von Plastik: Wenn man mal alles zusammen zählt: Shampoo, Spülung, Duschgel, Zahnpasta, ggf. diverse Cremes, Kosmetik, Handseife etc. Wir produzieren im Bad viel zu viel Plastikmüll.
  4. Inhaltsstoffe: Liest man sich die Liste der Inhaltsstoffe von herkömmlichen Shampoos (auch Naturkosmetik) mal durch, wird einem schwindelig. Für Mensch und Umwelt ist das bei den Mengen, die wir verbrauchen und die dadurch ins Abwasser gelangen, pures Gift.

Eigentlich wollte ich schon lange feste Haarseife ausprobieren. Allerdings gibt es auch hier so viele Varianten, selbst bei veganen Seifen, dass mir das schon wieder zu viel war und ich erst gar nicht bestellt habe. Auf diesem Stand war ich jetzt also schon seit Monaten. Aber in den letzten Tagen habe ich immer häufiger (gerade im Zusammenhang mit Minimalismus) von selbst gemachtem Shampoo aus Roggenmehl gehört und gelesen. Das Mehl ist schnell besorgt und so habe ich es gestern direkt ausprobiert.

Also ich habe ja wirklich nicht damit gerechnet, aber es war echt super. Die Herstellung geht richtig fix. Ich habe ein Rezept gefunden, bei dem man für lange Haare 5 Esslöffel auf 300 ml lauwarmes Wasser nehmen soll. Leider hat diese Mischung bei mir nicht die richtige shampooartige Konsistenz gebracht, sondern war viel zu dünn. Ich musste ungefähr 8 Esslöffel Mehl nehmen. Beim nächsten Mal würde ich allerdings eher 200 ml anrühren, da ich nach dem Waschen einiges übrig hatte und das Shampoo leider nicht haltbar ist – ich habe den Rest dann als Duschgel genutzt. Das Einmassieren beim Waschen hat vergleichsweise lange gedauert, weil es sich nicht so leicht verteilen lässt, aber das war noch okay. Je nach Quelle soll es übrigens 1-5 Minuten einwirken. Bei mir waren es ca. drei Minuten. Das Auswaschen ging sehr gut. Ich habe keine Spülung benutzt und bin mit handtuchtrockenen Haaren ins Bett gegangen. Meine Haare ließen sich am Morgen danach sehr gut bürsten und waren glatt und geschmeidig. Das habe ich bei den meisten gekauften Shampoos nicht mal. Und nun frage ich mich den ganzen Tag, warum wir uns die Haare immer mit Shampoo waschen, wenn es doch auch so einfach geht?

Hier noch mal die Vor- und Nachteile für Roggenmehlshampoo:

  • Vorteile: sehr günstig, plastikfrei (sowohl Verpackung als auch im Produkt selbst), schnell angerührt, enthält von Natur aus viele Vitamine und Mineralstoffe, vor allem pflegendes Vitamin B5 (Pantothensäure), welches vielen Haarpflegeprodukten zugesetzt wird, nach meiner Erfahrung benötigt man keine Spülung, die Kopfhaut soll nicht so schnell nachfetten (davon werde ich noch berichten) …
  • Nachteile: nicht haltbar, bei Vollkornmehl soll es vor Gebrauch bestenfalls zwei Stunden ziehen (ist aber wohl kein Muss), duftet nicht (was für manche unter euch aber vielleicht auch ein Vorteil ist) …

Hast du es schon ausprobiert und noch ein paar Vor- und Nachteile für die Liste?

Übrigens: Wer denkt, dass Mehlpampe die Haare doch verkleben müsste, sollte wissen, dass der Glutenanteil im Roggenmehl sehr gering ist und es daher nicht klebt. Dies ist aber auch der Grund, weshalb andere Mehle, wie Weizen und Dinkel nicht geeignet sind.