Danke, Berlin

Ich war dieses Mal zwar nur beruflich in Berlin, dafür hatte ich trotzdem ein Bisschen Zeit, um die Vorzüge der Großstadt zu genießen. Am ersten Abend sind wir ins Chipps essen gegangen. Ich war mittlerweile zum zweiten Mal dort und bin durch Franziska’s Blog Veggie Love darauf aufmerksam geworden. Beim ersten Mal war ich so beeindruckt, dass ich jetzt meine zwei Kollegen hinschleppen musste, auch wenn einer von beiden gerne Fleisch isst. Für mich gab es einen kleinen Salat und Gemüse-Curry mit einer Reisrolle. Dazu einen hausgemachten Eistee.

Da das Roastbeef aus war, hat sich mein Fleisch liebender Kollege eigentlich für das Seitan-Steak entschieden, was ihm leider von der Kellnerin ausgeredet wurde, die es ihm als „gummiartig“ beschrieben hat. Er hat daraufhin die Perhuhnbrust genommen, meinte aber im Nachhinein tatsächlich, dass sein Pilzragout so gut war, dass das Fleisch gar nicht nötig gewesen wäre. Klingt doch schon mal gut.

Wir sind dann satt und zufrieden ins Hotel. Der nächste Morgen war bezogen auf das Essen nicht mehr so einfach, weil ein normales Hotel-Frühstück alles bietet, bloß nicht gerade viel vegane Auswahl und man weiß nie so genau, was in den vegan anmutenden Produkten drin steckt. Zum Glück hat mir eine iPhone-App angezeigt, dass das Veganz nur 20 Minuten Fußweg entfernt vom Hotel liegt. Und genau deswegen, liebe Berliner, bin ich so neidisch auf euch. Bei uns erreiche ich nach 20 Minuten gerade mal den ersten Kiosk. Jedenfalls habe ich die Chance genutzt und für viel Geld ein paar Produkte gekauft, die es bei uns im Bioladen nicht gibt. U. a. der Streich“käse“, der mir so schmeckt, vegane Nuss-Schokolade, Haarspülung, ein Buch, dass ich schon lange haben wollte…

Nach erfolgreichem Einkauf habe ich dann ein leckeres Frühstück nachgeholt. Es gab ein Körnerbrötchen mit selbstgemachter Remoulade, Salat und Vurst sowie ein veganer Capuccino. Für den Rückweg habe ich mir dann noch einen grünen Smoothie mitgenommen, der ruhig halb so groß hätte sein können, weil ich eigentlich schon satt war.

Da ich so vom Veganz geschwärmt habe, sind wir am nächsten Tag noch mal zu zweit dort frühstücken gewesen. Für mich gab es einen super lecker belegten Bagel, für den Kollegen Rohkost-Kuchen, der so lecker aussah (und auch wirklich war), dass gleich zwei Stücke auf dem Teller gelandet sind.

An dieser Stelle also noch mal „Danke, Berlin!“. Dafür, dass man bei dir mal eben vegan frühstücken und Lebensmittel einkaufen kann. Dafür, dass es Orte gibt, an denen man nicht bei allem auf’s Kleingedruckte achten muss oder extra nach Sojamilch fragen muss. Und selbst wenn man in Berlin nicht im veganen Café ist, ist die Chance hoch, dass man Sojamilch auf Nachfrage bekommt. Bei uns wird man nur blöd angeschaut.

Trotzdem bin ich immer wieder froh, wenn ich in meine gemütliche Einliegerwohnung mit Gärtchen zurück komme und die Großstadt mit ihren vielen Menschen und deren Autos hinter mir lassen kann.

Was isst du denn überhaupt noch?

Die Frage bekommt doch jeder zu hören, der sagt, dass er vegan ist. Sogar als Vegetarier wird man das gefragt. Klar, wenn man in Supermärkte geht und erwartet, dort ein breites Spektrum an veganen Fertiggerichten und Nachspeisen zu bekommen, ist man tatsächlich aufgeschmissen, aber zum Glück gibt es frische Zutaten, die man wunderbar verarbeiten kann. Zudem kann man sich so sicher sein, was man isst und wie viel von welcher Zutat in der Mahlzeit ist. Also bestenfalls keine Glutamate, keine einfachen Kohlenhydrate, keine Trans-Fettsäuren, dafür eine vitaminreiche Vielfalt… Beim Kochen kann man Unverträglichkeiten besser beachten. Und wenn man sich mal richtig in den Biomärkten umsieht, oder doch mal ein Kochbuch anschafft (ich habe mich lange gewehrt), lernt man immer wieder neue Produkte kennen. Und außerdem: Kochen macht glücklich! 😉

Hier mal ein paar Beispiele der Mahlzeiten, die hier in den letzten Tagen auf den Tisch gekommen sind:

Sauerkrautcurry mit Gnocchi

 

Das Rezept habe ich aus dem Ox-Kochbuch Vier. Ich habe es nur ein wenig abgeändert und es war richtig, richtig lecker!

Das Rezept müsst ihr euch natürlich selbst besorgen, da ich es nicht einfach abschreiben darf, aber hier ein paar Informationen zu Sauerkraut: Es ist reich an den Vitaminen A, B, C, K, Ballaststoffen, Eisen, Kalzium und Kalium. Zudem ist es quasi fettlos, enthält 3 – 4 % Kohlenhydrate, kaum Kalorien und 1 – 2 % Proteine. Sauerkraut wird übrigens als medizinische „Wunderwaffe“ angesehen. Menschen mit Histamin-Unverträglichkeit sollten jedoch aufpassen.

Wirsingeintopf

Auch dieses Rezept habe ich aus dem Ox-Kochbuch Vier. Super lecker! Für mich habe ich allerdings den Räucher-Tofu weggelassen, da ich geräuchertes noch nie mochte. Wirsing enthält folgende Inhaltsstoffe: Phosphor, Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen, Zink, Vitamin A, jede Menge B-Vitamine, Vitamin C und E.

Und mit den Möhren bekommt ihr Carotin, Selen, Kalium, Kalzium, Phosphor, Zink, Natrium, Eisen, Magnesium und die Vitamine B, C und E.

Außerdem sind noch Kartoffeln drin: Wenig Eiweiß, dafür bestehend aus hochwertigen Aminosäuren. Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen und Phosphor sind auch enthalten. Ebenso die Vitamine B1, B2, B3, B5, B6 und C.

Schnitzel mit Paprika-„Sahne“-Sauce und Pommes

 

Japp, sowas gibt’s hier auch mal. Die veganen Schnitzel sind gekauft, ebenso die Pommes. Dafür ist wenigstens die Sauce selbstgemacht. 😉

Zutaten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Paprika
1 kleiner Mangold
1 Packung Soja-Cuisine
Salz, Pfeffer, Paprikapulver und diverse Kräuter

Zubereitung der Sauce
Zwiebel und Knoblauchzehen hacken und glasig dünsten. Gewürfelte Paprika und Mangoldstiele dazu und ca. 10 Minuten mitdünsten lassen. Soja-Cuisine und die Mangoldblätter zugeben, würzen und alles noch mal ein paar Minuten köcheln lassen.

Das beinhaltet Mangold: Vitamine A, E und K, Magnesium, Eisen, Natrium und Kalium.

Mit Paprika bekommt ihr extrem viel Vitamin C (am meisten ist in roter Paprika), aber auch Vitamin E, Folsäure, Provitamin A, Eisen und Kalium.

Der Mythos, dass man mit Knoblauch Vampire verjagen kann, kommt übrigens daher, dass man Knoblauch als Allheilmittel angesehen hat. Tatsächlich soll er u. a. den Cholesterinspiegel senken, antibakteriell und antithrombotisch wirken und Darmkrebs vorbeugen. Und das hier ist enthalten: Allicin, Kalium, Selen, Vitamine A, B1, B6 und C.

Penne Bolognese

 

Ich nehme entweder Vollkorn- oder Dinkel-Nudeln. Das vegane Hack gibt es von diversen Herstellern zu kaufen. Schaut einfach mal im nächsten Biomarkt vorbei. Mir hat bisher jede Sorte geschmeckt – es kommt eben (wie auch bei Fleisch) auf die Zubereitung an.

Zutaten für die Bolognese:
1 Packung veganes Hack
2 – 3 Paprika
5 – 6 fleischige Tomaten
3 Knoblauchzehen
2 Zwiebeln
2 – 3 getrocknete Chilischoten
Salz, Pfeffer, Basilikum, Oregano, Paprikapulver und weitere Gewürze
Etwas trockener Rotwein
Etwas Soja-Cuisine

Zubereitung
Knoblauchzehen, Chilischoten und Zwiebeln hacken und glasig dünsten. Das vegane Hack hinzu und brutzeln lassen. Die Paprika werden gewürfelt und mit in den Topf gegeben. Die Tomaten werden geviertelt und auch dazu gegeben. Salz, Pfeffer und Paprikapulver sowie der Wein können jetzt auch in den Topf. Das Ganze darf dann gut 15 Minuten köcheln. Wenn alles soweit weich gekocht ist, werden die Kräuter untergemengt und etwas Soja-Cuisine, um die Sauce cremig zu bekommen.

Nach dem Anrichten kann man dann Kräuter und/oder Parmesan-Alternative drüber streuen.

Was in Paprika ist, findet ihr ja oben schon. Aber folgende Inhaltsstoffe sind in Tomaten zu finden: Vitamine A, B1, B2, C, E und Kalium. Außerdem enthalten Tomaten sekundäre Pflanzenstoffe und sollen das Risiko von Krebserkrankungen (vor allem Prostatakrebs) mindern.

Rosenkohl mit Süßkartoffel-Pastinaken-Pürree

Ich wollte schon ewig unbedingt mal wieder Rosenkohl essen und jetzt kam er endlich wieder auf den Teller.

Zutaten
1 Netz frischer Rosenkohl (Ich weiß gerade leider nicht, wie viel Gramm das waren)
3 große Süßkartoffeln
2 Patinaken
2 Zwiebeln
Gemüsebrühe
Diverse Gewürze (Salz, Pfeffer, Muskat, Chilipulver…)
Etwas Soja-Drink

Zubereitung
Vom Rosenkohl werden die äußeren Blätter entfernt. Die Zwiebeln werden klein gehackt und in einer Pfanne glasig gedünstet. Dann wird der Rosenkohl ca. 3 – 4 Minuten in kochendem Wasser blanchiert und schließlich zu den Zwiebeln in die Pfanne gegeben. Etwas Salz und Pfeffer, Muskat und wer mag, kann noch Chilipulver und andere Gewürze hinzugeben. Das Ganze lässt man dann noch weiter schmoren.

Die Süßkartoffeln und Pastinaken werden geschält und in (eher kleine, weil schneller gare) Stücke geschnitten. Diese werden dann in Gemüsebrühe gekocht, bis sie von allein zerfallen. Am besten gebt ihr erst die Pastinaken hinein und später die Süßkartoffeln, weil Pastinaken länger brauchen. Anschließend abgießen und zurück in den Topf und mit einem Pürierstab oder Kartoffelstampfer zermatschen und ein wenig Soja-Drink und Gemüsebrühe zugeben, bis die Konsistenz richtig ist. Schließlich mit Muskat würzen und zusammen mit dem Rosenkohl servieren.

Mit Muskat solltet ihr übrigens vorsichtig sein, man kann leicht zu viel davon nehmen.

Inhaltsstoffe Rosenkohl: Magnesium, Kalzium, Natrium, Eisen, Phosphor, Eiweiß, Mangan, Kalium und die Vitamine A, B1, B2, B6, C, E und K und Folsäure.

Süßkartoffeln bieten die Vitamine A, B1, B6, C, E und Folsäure sowie Beta-Karotin, außerdem Kalzium, Kalium, Phosphor, Natrium, Magnesium, Zink und Eisen.

Pastinaken bieten Folsäure und Vitamin C, Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen und Magnesium.

Pancake

Nachspeisen gibt es bei uns natürlich auch. Ich mache Pancakes immer nach dem Rezept, das ich auf dem Blog Veganolution gefunden habe. Die Pancakes schmecken so, wie Pancakes eben schmecken sollen. Auf dem Bild seht ihr einen mit Apfel und Schokosauce.

„An apple a day keeps the doctor away“… Inhaltsstoffe Apfel: Provitamin A, Vitamine B1, B2, B6, C, E, Folsäure und Niacin. Es empfiehlt sich, den Apfel komplett zu essen und nicht nur als Deko zu nutzen. 😉 Ich befürchte, die Schokosauce und der süße Pancake sind nicht so gesund, dafür aber extrem lecker.

 

Ein (halber) Tag in Münster

Eigentlich wollten wir nur schnell einen Rock zurückgeben, der mir letzte Woche leider in der falschen Farbe geschickt worden ist und dann in die Bionik-Ausstellung in’s Naturkundemuseum Münster gehen. Aber wie oft kommen wir schon in einen Laden, der tolle, faire Öko-Mode verkauft? Also hat der Aufenthalt im Lädchen gruene wiese ein wenig länger gedauert. Der Rock ist zwar tatsächlich zurück gegangen, aber dafür hat mein Freund sich direkt in einen tollen Zip Hoody von THOKKTHOKK verliebt und für mich gab’s ne sexy Jeans von Kuyichi und ein süßes T-Shirt von armed angels. Die beiden Mädels hinter der Kasse waren auch super lieb – wir werden bei unserem nächsten Aufenthalt in Münster auf jeden Fall wieder dort vorbei schauen. Und ich habe mal wieder die Bestätigung dafür bekommen, dass es doch besser ist, die Klamotten im Laden zu kaufen, statt sie zu bestellen. Aber wenn man immer so weit dafür fahren muss…

In die Bionik-Ausstellung haben wir es aber doch noch geschafft, auch wenn wir zum Schluss die letzten Besucher waren, die das Gebäude verlassen haben. Tja, was soll ich sagen? Die Ausstellung ist wirklich gut gemacht, sehr informativ und interessant. Man lernt auch einiges – z. B. über Käfer, die ihre Larven nach einem Waldbrand in verkohltes Holz legen und wie Wissenschaftler daraus Erkenntnisse für die Entwicklung eines Roboters, der Waldbrände löschen soll, gezogen haben. Oder über Stoff, der aus Schiffen ausgetretenes Öl aufsaugen soll, die Erfindung des Klett-Verschlusses, besondere Sportbekleidung, den Lotus-Effekt, Aerodynamik – alles Erfindungen basierend auf dem, was die Natur ganz allein entwickelt hat. Und die allgegenwärtige Frage, ob der Mensch diese „Erfindungen“ dann tatsächlich patentieren lassen darf.

Wie auch immer, davon abgesehen, dass die Ausstellung dafür gesorgt hat, dass ich mir der faszinierenden Natur wieder einmal etwas bewusster geworden bin, war ich doch die ganze Zeit ziemlich bedrückt. Zur Veranschaulichung der Naturwunder waren überall ausgestopfte Tiere ausgestellt. Nun mögen einige dieser Tiere eines natürlichen Todes gestorben, oder bei einem Unfall um’s Leben gekommen sein, aber sicherlich nicht die meisten. Viele sind durch Jäger oder Wissenschaftler getötet und dann ausgestopft worden. Und besonders die Wand, an der man dazu aufgefordert wurde, Robbenfell und Haihaut anzufassen, fand ich sehr makaber. Und wenn man erst staunend angesichts der Größe vor einem Mammut steht und dann lesen muss „Für dieses Mammut wurden die Felle von 24 Moschusochsen verarbeitet“, wird man eher traurig. Mal sehen, welche Tierfelle verarbeitet werden, wenn der Moschusochse einst ausgestorben ist… Am meisten haben mich dann doch die lebendigen Blattschneideameisen interessiert, die durch ein großes Röhrensystem gekrabbelt sind, auch wenn ihnen die Größe des Baus aufgezwungen wurde. Dass der Mensch die Dinge immer einsperren und/oder auseinandernehmen muss, weil er meint, sie dann besser verstehen zu können…

Der Tag in Münster war dann auch schon wieder vorbei, weil wir abends noch in Hagen in’s Kino wollten, denn auch für Kino müssen wir ein Stück weit fahren…

Hier noch ein Eindruck, den die Fahrradstadt hinterlassen hat:

 

Vegan, gesund und schlank?

Erst letzte Woche las ich in einem Vegan-Forum die Frage (von einer frischen Veganerin), wie es denn mit dem Gewicht aussehe… da könne nämlich was runter. Tja, spätestens seit Skinny Bitch wissen wir, dass vegan nicht gleichbedeutend ist mit gesund und erst recht nicht mit schlank.

Letztendlich ist es möglich, sich vegan und dabei völlig ungesund zu ernähren. Man stopfe sich voll mit einfachen Kohlenhydraten (meist in Zucker, Weißmehl, geschältem Reis, „hellen“ Nudeln und Alkohol zu finden) und unnatürlichen Zusatzstoffen, vermeide Bewegung, trinke unzureichend und lasse vitamin- und proteinreiche Nahrung links liegen… Es ist wirklich kein Problem, sich von frittiertem und überbackenem Mist und zuckriger Limonade zu ernähren, auch wenn dieser Mist nun vegan ist.

Aber die Mehrheit der Vegetarier und Veganer neigt dazu, sich überdurchschnittlich gesund zu ernähren. Woran liegt das? Nunja, zunächst gibt es die unterschiedlichsten Gründe, warum jemand auf tierische Produkte verzichtet.

  • Aus ethischen Gründen gegenüber den Tieren – weil den Tieren dafür Leid angetan wird (gerade in der Massentierhaltung, beim Transport und bei der Schlachtung).  Tieren aus biologischer Haltung geht es übrigens nicht viel besser. Zudem wollen Vegetarier/Veganer Nutztiere gegenüber Haustieren nicht degradieren.
  • Aus gesundheitlichen Gründen – weil Fleisch, Fisch und weitere tierische Erzeugnisse stark mit Hormonen, Antibiotika, (resistenten) Erregern und Schadstoffen, wie Pestiziden, Chemikalien, sogar Schwermetallen etc. belastet sind und die Tiere mit gentechnisch verändertem Getreide gefüttert werden. Fleisch- und Milchverzehr fördern das Risiko von u. a.  Herzkrankheiten und Krebs.
  • Wegen der Umwelt – weil z. B. die CO2-Belastung und Umweltverschmutzung bei der Fleischproduktion unverhältnismäßig hoch sind. Zudem wird der Regenwald gerodet und ein großer Teil der Trinkwasserressourcen sowie fossilen Ressourcen geht für Massentierhaltung drauf.
  • Aus ethischen Gründen gegenüber den Menschen – weil in armen Ländern Soja und Mais in Monokulturen für die Tiermast westlicher Länder angebaut werden. Dafür wird nicht nur der Regenwald abgeholzt, zudem wird den Menschen dort Anbaufläche genommen, die sie für ihr eigenes Getreide nutzen sollten. Und die wenigen Pflanzen, die sie anbauen können, werden durch gentechnisch veränderte Pflanzen von den Nachbarfeldern kontaminiert. Außerdem: Die Fleischproduktion in Deutschland und weiteren westlichen Ländern ist dank Subventionen so hoch, dass ein Überschuss exportiert wird – und zwar z. B. nach Afrika, wo importierte Ware viel billiger ist, als die Ware der heimischen Bauern. Dadurch können diese Bauern ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Massen-Fleischproduktion erhöht also gleich mehrfach den Welthunger.

Wenn jemand aus einem dieser Gründe vegan/vegetarisch geworden ist, beschäftigt er sich mit der Herkunft seiner Lebensmittel, substituiert tierische Erzeugnisse (weil er nunmal ein Gewohnheitstier ist) und fängt an, das Kleingedruckte auf Verpackungen zu lesen. Dadurch und durch diverse Filme und Literatur, für die er automatisch anfälliger geworden ist, vergrößert er sein Wissen über Ernährung und Gesundheit. Als Veganer ist man sich der möglichen Unterversorgung bestimmter Vitamine und Spurenelemente also meist bewusst und beugt dem selbständig vor. Man kann behaupten, dass Vegetarier und Veganer langfristig gesünder leben als Omnivoren. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass Veganer häufig auch davon erzählen, dass sie weniger bis gar kein Alkohol konsumieren und mit dem Rauchen aufgehört haben. Viele kaufen Bio-Produkte und einige treiben überdurchschnittlich viel Sport.

Und jetzt kommen wir zu dem Thema, wegen dem ich diesen Artikel überhaupt angefangen habe. Ich gehöre nämlich zu den Menschen, die durch zu wenig Bewegung und zu viel Kohlenhydrate (ich liebe Eis, Schokolade, Nudeln und Knabbereien) ein paar obligatorische Pfunde zu viel haben. Davon abgesehen behaupte ich einfach mal, dass ich gesünder bin als zu meiner vegetarischen Zeit und viel gesünder, als zu meiner Mischköstler-Zeit. Gerade durch den Verzicht von laktosehaltigen Speisen hat sich mein Magen-Darm-Befinden extrem verbessert. Wie auch immer… Ich brauche Bewegung! Und deshalb werde ich mich morgen im Fitness-Studio anmelden und an Zumba und Bauch-Beine-Po-Kursen teilnehmen. Und damit ich auch wirklich hingehe, habe ich im Vorfeld bereits Geld für Sport-Bekleidung ausgegeben. Ich bin nämlich geizig und wenn ich für etwas wie ein Hobby Geld ausgegeben habe, ziehe ich es auch durch.

Hier also zu meinen Errungenschaften:

 

Die veganen Schuhe „Lucy Lite“ sind von Vivobarefoot. Die Sohle ist aus recyceltem Kunststoff, das Obermaterial aus „ECO PU“, also Kunstleder aus recyceltem Kunststoff und Einsätzen aus pflanzlich gewachster Bio-Baumwolle. Es ist unglaublich, wie leicht und bequem die Schuhe sind. Ich habe sie im Online-Shop Zündstoff bestellt, dort gibt es noch mehr Bio- und Fairtrade-Produkte. Die Yoga-Hose „Maya“ ist von Jaya und auch sehr bequem. Produkte von Jaya sind fair und bio. Bestellt habe ich im Avocado Store, der allerdings, wie ich jetzt bemerkt habe, bei vielen Produkten teurer ist, als andere Bezugsquellen. Das Oberteil von Greenality war ein Geburtstagsgeschenk von meinem Freund und ist auch… na?: fair und bio.

Und falls ich meinen Zumba-Kurs morgen überlebe, gibt es bald einen Artikel mit vielen Bildern von leckeren veganen Speisen, die den Kurs erst erforderlich machen. 😉