Minimalismus, oder: (Mein) Konsum kotzt mich an

zuverschenken

Vorab: Nein, wir leben nicht minimalistisch und ich mag mir auch nicht anmaßen, das zu behaupten. Was Minimalismus ist, muss ich euch auch bestimmt nicht erklären, da es mittlerweile ein richtiger Trend geworden ist. Falls ihr Minimalismus doch noch nicht kennt, findet ihr im Internet jede Menge Infos. Bei meiner Recherche zu diesem Thema habe ich u. a. einige YouTube-Videos gesehen und mit Kopfschütteln feststellen müssen, dass viele davon von Mädels sind, die ca. 300 Schminkutensilien, unglaublich viele Schuhe und Klamotten, Deko und sonstiges Zeug haben. Und die machen dann eine Roomtour durch ihre Wohnung und sagen so tolle Sätze, wie: „Schaut mal, ich habe nur noch 27 Lippenstifte, ich fühle mich soooo befreit!“.

Mir selbst ist vor einiger Zeit bewusst geworden, wie viel Zeug wir haben, das wir überhaupt nicht benutzen. Auslöser dafür war eine Umräumaktion in unserer Wohnung. Nachdem unsere Tochter langsam mobil wurde und auch immer mehr Zeug hatte, wurde mir klar, dass ich mein Arbeitszimmer dann doch abgeben muss. Wir mussten also ein komplettes Zimmer ausräumen (mehrere Regale und zwei Schreibtische) und aus unserem Wohnzimmer ein Wohn-/Arbeitszimmer machen. Und plötzlich began ein Trödel- und Ebay-Marathon, der bis heute anhält. Verkauft und verschenkt/gespendet haben wir innerhalb von Monaten u. a. einen Wohnzimmerschrank, Kleidung, Babysachen, ein Meerschweinchen-Eigenbau, einen Thron, ein Netbook und anderen technischen Kram, Schmuck, Bücher, Küchenutensilien, ein Wandbild, einen Glaskopf, Rollschuhe, CDs, DVDs, eine Schallplatte, Deko und vieles mehr. Der tollste Verkauf, der mir zwar nur einen Euro, aber dafür tatsächlich eine unglaubliche Befreiung gebracht hat, war der Verkauf meiner Bertelsmann-Lexikothek. Ich weiß gar nicht, wie das Teil nach fünf Umzügen und trotz Wikipedia und Google immer noch eine Daseinsberechtigung haben konnte. Ja, ich liebe Bücher, aber das ist zu viel des Guten. Und das Schlimme nach all den Verkäufen: Wir haben immer noch viel zu viel Zeug! Sogar unsere Tiere haben mehr Gedöns, als so mancher Minimalist. Dabei gehöre ich eigentlich zu den Leuten, die ungenutzte Dinge lieber entsorgen/verschenken/verkaufen, als sie aufzubewahren.

troedel

Und jetzt steht wieder ein Umzug an und ständig laufe ich in unserer Wohnung an großen und kleinen Dingen vorbei, die ich nicht mehr mitnehmen will. Ich möchte meiner Tochter auch gar nicht vermitteln, dass Materielles wichtig ist. Und da komme ich zu einem Punkt, der Auslöser für diesen Artikel hier war. Mich hat eine Erkenntnis wie ein Schlag getroffen: Dieser Blog hier und mein Wunsch nach einem nachhaltigen, veganen Lebensstil waren wie ein Öko-Deckmantel für unnötigen Konsum: Kosmetik, Kleidung, aber auch Lebensmittel etc. Wie grün und öko kann Konsum eigentlich sein, wenn man nachhaltig produzierte bzw. vegane Produkte kauft, die man aber eigentlich gar nicht braucht? Wie oft habe ich Sachen gekauft, nur weil sie vegan oder fair sind? Sachen, an denen ich sonst im Laden (oder Onlineshop) vorbei gelaufen wäre. Und damit soll nun Schluss sein.

Ich möchte also noch mehr loswerden, wir haben immer noch jede Menge Trödel (Kleinkram und große Sachen), die wir verkaufen wollen. Und ich möchte weniger konsumieren, was mir ja eigentlich gar nicht mal so schwer fällt, dachte ich zumindest immer. Ich habe überlegt, ob ich es schaffe, ein Jahr lang keine neuen Gebrauchsgegenstände mehr zu kaufen. Tja, dann überlegt man und denkt sich: Aber ich brauche Schuhe und gebrauchte Schuhe sind eklig … und wir brauchen nach dem Umzug eine zusätzliche Matratze und gebrauchte Matratzen sind eklig … Gut, also mache ich schon wieder Ausnahmen. Also wie weit kann ich gehen? Wie weit geht ihr?

Ich will ja gar nicht minimalistisch leben, ich will mir keine Grenze setzen und sagen, dass ich nicht mehr als 100 Dinge besitzen darf. Ich will auch nicht plötzlich geizig werden, aber ich will meinen Konsum endlich wirklich bewusst leben und auf die wirklich wichtigen Dinge beschränken. Das klingt jetzt komisch von einer, die einen veganen Öko-Blog schreibt und ich bin auch gar nicht so schlimm, wie sich das jetzt vielleicht anhört (im Vergleich zum Durchschnitts-Mittelständer sind wir sehr zurückhaltend mit unserem Konsumverhalten), aber für mich persönlich ist das schon zu viel – erschreckend zu viel. Ich bin jedenfalls gespannt, wo das nun hinführt und ob ich mich in der neuen Wohnung wirklich so befreit fühle, wie ich es mir erhoffe. Wie wäre es dann mit einer YouTube-Roomtour und ich zeige euch unsere Bücherwand und sage: „Schaut mal, es sind nur noch 1.057 Bücher, ich fühle mich soooo befreit!“ 😉

Erzählt mir doch von euren Erlebnissen mit Konsum und Konsumverweigerung. Lebt ihr auf „großem Fuß“ oder vielleicht sogar minimalistisch?

 

Müll reduzieren und vermeiden

Müllvoll

Bisher habe ich keine Gastbeiträge veröffentlicht, vor allem keine kommerziellen, da mir die Unabhängigkeit meines privaten Blogs sehr wichtig ist. Diese Anfrage hier fand ich allerdings sehr interessant und informativ. Besonders toll fand ich, dass das Unternehmen Pfandringe für Mülltonnen vertreibt. Wer die Aktion „Pfand gehört daneben“ kennt, wird diesen sicherlich schon kennen. Der Text ist 1:1 übernommen, Quellennachweis s. unten. Ihr dürft natürlich sehr gerne kommentieren.

Wege, um weniger Müll zu produzieren

In der heutigen Zeit wird viel zu viel Müll produziert. Mit einem durchschnittlichen Müllaufkommen von beachtlichen 618 kg pro Kopf, belegt Deutschland einen der vordersten Plätze. Das sollte Grund genug sein, seine persönliche Müllproduktion drastisch zu reduzieren.

Wie kann ich beim Einkaufen Müll vermeiden?

  • Mehrfach verwendbare Einkaufstaschen benutzen und auf Einwegbeutel verzichten
  • Möglichst unverpackte Lebensmittel kaufen. Gerade Obst und Gemüse müssen nicht in Folie eingeschweißt sein
  • Frische Lebensmittel bevorzugen. Fertiggerichte sind meist aufwendig eingepackt
  • Pfandflaschen und -gläser sind Tetrapacks vorzuziehen
  • Nachfüllbare Produkte kaufen
  • Lieber eine große, statt viele kleine Packungen wählen
  • Nicht zu viel einkaufen. Auch dadurch wird unnötiges Wegwerfen verhindert
  • Einkauf vorplanen, und nur mit Einkaufszettel einkaufen. So vermeidet man unnötige Produkte

Was kann ich zuhause für Müllreduzierung tun?

  • Viele Verpackungen eignen sich zur Weiterbenutzung. Leere Plastikbehälter (Eis o.ä.) oder Schraubgläser können für die Vorratshaltung verwendet werden
  • Leere Glasflaschen oder Senfgläser zu Vasen und Deko-Artikeln umfunktionieren
  • Reste sinnvoll verwerten. Oft können leckere Eintöpfe aus Speiseresten gezaubert werden
  • Nichts vergeuden oder schlecht werden lassen. Auch hier hilft ein Speiseplan

Trotz aller Bemühungen wird man es kaum schaffen, Müll zu hundert Prozent zu vermeiden. Aber jede Reduzierung der Müllmenge ist ein Beitrag zu einer besseren Umwelt und hat seine Berechtigung.

Für Müll, der nicht zu umgehen ist, bietet der Markt zahlreiche Mülltrennsysteme, die sehr hilfreich sind. So wird die Rückführung in das richtige Recycling-System gewährleistet. Auch das ist ein Beitrag zum Wohle der Umwelt.

Biomüll

Wer kann, sollte in seinem Garten einen Komposthaufen anlegen. Hier kann man alle Obst- und Gemüsereste, Eierschalen, Kaffeesatz und Teeblätter entsorgen. Aber auch die meisten städtischen Müllabfuhren bieten eine Abfuhr des Bio-Mülls an, der in Bio-Anlagen zu Humus oder Bio-Dünger verarbeitet wird.

Papier und Kartonagen

Alte Zeitungen und Magazine sowie saubere Papierverpackungen gehören in den Papiercontainer (oder – wenn angeboten – in die Altpapierabfuhr).

Glas

Glas ist ein wertvoller, wiederverwertbarer Rohstoff und sollte niemals im Restmüll landen. Der Altglas-Container ist die richtige Abgabestelle.

Plastik, Verbundverpackungen, Metall

Diese Kategorie sollte die kleinste darstellen. Je nach Gemeinde wird sie im sogenannten gelben Sack und in der gelben Tonne abgeholt. Auch Kronenkorken gehören hier hinein.

Sondermüll

Dieser sollte soweit wie möglich vermieden werden. Jedoch ist auch hier nur eine teilweise Beschränkung möglich. Sondermüll sind giftige Stoffe, Batterien oder Energiesparlampen. Viele Geschäfte nehmen dort gekaufte Produkte nach Verwendung wieder zurück. Ansonsten gehören solche Dinge in die Sondermüllsammlung.

Müllvermeidung und -reduzierung ist in der heutigen Zeit ein wichtiges Thema. Schon bewussteres Einkaufen und ein bisschen Planung lässt eine einen Großteil des Mülls gar nicht erst entstehen!

MülleerQuelle Bilder und Text: E. ZIEGLER Metallbearbeitung AG, Nebelschütz

Stoffwindeln – da gibt’s noch mehr

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Und dann ist aber auch Schluss mit den Stoffis hier. 😉 Informiert euch mal lieber woanders darüber. Kleiner Tipp dafür von mir: Überhosen mit Prefolds oder anderen Einlagen haben sich hier am besten bewährt – für nachts Überhosen mit Höschenwindeln.

Zwei Marken möchte ich euch allerdings noch vorstellen. Zum einen die Windelmanufaktur. Wenn man sich mit Stoffwindeln ausgiebig beschäftigt, erfährt man früher oder später auch von der Windelmanufaktur – ein in Deutschland (Dresden) sitzendes, kleines Unternehmen mit einer eigenen Schneiderei. Die Windeln sind hier nicht nur nachhaltig, sondern auch aus qualitativ hochwertigen Stoffen und in Deutschland genäht. Das macht die Windeln allerdings auch entsprechend teuer. Die Windeln sind ein All-in-three-System, d. h. sie bestehen aus einer Außenwindel, einer Innenwindel und einer Einlage. Wir haben uns eine Stoffwindel der Windelmanufaktur geleistet, um dieses tolle Unternehmen zu unterstützen und weil die Windel so schön ist. Allerdings benutzen wir sie vergleichsweise selten, weil das System nicht so ganz unser Ding ist.

wmwhintenAuf dem unteren Bild seht ihr zwei All-in-Ones von Pupidu. Pupidu gehört zum Unternehmen Kokadi (Tragetuchhersteller), daher findet man auf den Stoffwindeln die gleichen Motive wie auf den Tragetüchern – und die sind wirklich sehr schön, wie ich finde. Aber auch diese Windeln benutzen wir recht selten, weil All-in-ones zwar einfach zu handhaben sind, aber man schmeißt halt bei jedem Wickeln die komplette Windel in die Wäsche. Das führt zu hohen Wäschebergen und ich mags dann doch nachhaltiger und ich bin schließlich nicht Mutti geworden, um Rekorde im Wäsche waschen aufzustellen. 😉 Trotzdem sind auch diese Windeln wirklich hübsch und ich freue mich auf den Sommer, wenn die Maus den ganzen Tag nur in ihren Windeln rumlaufen kann. 
Pupidu_Rahmen

Stoffwindeln, die Dritte

Je nach Quelle verbraucht man für ein Wickelkind 4.500 – 6.000 Wegwerfwindeln. Das allein ist schon eine Zahl, die mich nur noch mit dem Kopf schütteln lässt. Wenn man dann mal hochrechnet, wie viele Windeln tagtäglich auf dem Müll landen, kann einem schon schlecht werden. Aber (was ich vorher wirklich nicht wusste) es gibt auch Einweg-Schwimmwindeln – ohne Mist! Und die Dinger halten nur die „groben“ Sachen, Pipi läuft aus.

Imsevimse

Babyschwimmen ist heutzutage wohl schon obligatorisch. Ich kenne nur wenige Mütter, die mit ihren Mäusen nicht an solchen Kursen teilnehmen. Wir selbst machen mittlerweile sogar zwei Kurse, mein Freund geht samstags und ich mittwochs. Unsere Tochter ist genau so eine Wasserratte, wie ich auch als Kind war. Sie hat richtig viel Spaß beim Schwimmen. Und wenn ich da sehe, dass die Muttis ihren Zwergen Wegwerf-Schwimmwindeln anziehen, werde ich innerlich richtig wütend. Weniger auf die Mamis als viel mehr auf die Windelindustrie, die die Dinger verkauft. Dabei gibt es so schöne Schwimmwindeln (sogar bei DM), die Stuhl genau so zuverlässig halten (hoffe ich, bisher hatten wir noch keinen Unfall) und die gar nicht mal teuer sind. Warum also diese Müllberge produzieren?

Ich selbst habe für meine Tochter eine Schwimmwindel von ImseVimse. Passt perfekt, die Bündchen schließen schön an den Speckbeinchen ab. Aber Pipi hält die auch nicht. 😉

Also Mamis und Papis, das Wetter wird schöner, bald beginnt auch die Urlaubs- und Badesaison. Finger weg von den Wegwerfdingern und her mit den schönen Schwimmwindeln!