Stoffwindeln – da gibt’s noch mehr

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Und dann ist aber auch Schluss mit den Stoffis hier. 😉 Informiert euch mal lieber woanders darüber. Kleiner Tipp dafür von mir: Überhosen mit Prefolds oder anderen Einlagen haben sich hier am besten bewährt – für nachts Überhosen mit Höschenwindeln.

Zwei Marken möchte ich euch allerdings noch vorstellen. Zum einen die Windelmanufaktur. Wenn man sich mit Stoffwindeln ausgiebig beschäftigt, erfährt man früher oder später auch von der Windelmanufaktur – ein in Deutschland (Dresden) sitzendes, kleines Unternehmen mit einer eigenen Schneiderei. Die Windeln sind hier nicht nur nachhaltig, sondern auch aus qualitativ hochwertigen Stoffen und in Deutschland genäht. Das macht die Windeln allerdings auch entsprechend teuer. Die Windeln sind ein All-in-three-System, d. h. sie bestehen aus einer Außenwindel, einer Innenwindel und einer Einlage. Wir haben uns eine Stoffwindel der Windelmanufaktur geleistet, um dieses tolle Unternehmen zu unterstützen und weil die Windel so schön ist. Allerdings benutzen wir sie vergleichsweise selten, weil das System nicht so ganz unser Ding ist.

wmwhintenAuf dem unteren Bild seht ihr zwei All-in-Ones von Pupidu. Pupidu gehört zum Unternehmen Kokadi (Tragetuchhersteller), daher findet man auf den Stoffwindeln die gleichen Motive wie auf den Tragetüchern – und die sind wirklich sehr schön, wie ich finde. Aber auch diese Windeln benutzen wir recht selten, weil All-in-ones zwar einfach zu handhaben sind, aber man schmeißt halt bei jedem Wickeln die komplette Windel in die Wäsche. Das führt zu hohen Wäschebergen und ich mags dann doch nachhaltiger und ich bin schließlich nicht Mutti geworden, um Rekorde im Wäsche waschen aufzustellen. 😉 Trotzdem sind auch diese Windeln wirklich hübsch und ich freue mich auf den Sommer, wenn die Maus den ganzen Tag nur in ihren Windeln rumlaufen kann. 
Pupidu_Rahmen

Stoffwindeln, die Dritte

Je nach Quelle verbraucht man für ein Wickelkind 4.500 – 6.000 Wegwerfwindeln. Das allein ist schon eine Zahl, die mich nur noch mit dem Kopf schütteln lässt. Wenn man dann mal hochrechnet, wie viele Windeln tagtäglich auf dem Müll landen, kann einem schon schlecht werden. Aber (was ich vorher wirklich nicht wusste) es gibt auch Einweg-Schwimmwindeln – ohne Mist! Und die Dinger halten nur die „groben“ Sachen, Pipi läuft aus.

Imsevimse

Babyschwimmen ist heutzutage wohl schon obligatorisch. Ich kenne nur wenige Mütter, die mit ihren Mäusen nicht an solchen Kursen teilnehmen. Wir selbst machen mittlerweile sogar zwei Kurse, mein Freund geht samstags und ich mittwochs. Unsere Tochter ist genau so eine Wasserratte, wie ich auch als Kind war. Sie hat richtig viel Spaß beim Schwimmen. Und wenn ich da sehe, dass die Muttis ihren Zwergen Wegwerf-Schwimmwindeln anziehen, werde ich innerlich richtig wütend. Weniger auf die Mamis als viel mehr auf die Windelindustrie, die die Dinger verkauft. Dabei gibt es so schöne Schwimmwindeln (sogar bei DM), die Stuhl genau so zuverlässig halten (hoffe ich, bisher hatten wir noch keinen Unfall) und die gar nicht mal teuer sind. Warum also diese Müllberge produzieren?

Ich selbst habe für meine Tochter eine Schwimmwindel von ImseVimse. Passt perfekt, die Bündchen schließen schön an den Speckbeinchen ab. Aber Pipi hält die auch nicht. 😉

Also Mamis und Papis, das Wetter wird schöner, bald beginnt auch die Urlaubs- und Badesaison. Finger weg von den Wegwerfdingern und her mit den schönen Schwimmwindeln!

Vegane Krabbelschuhe

Krabbelschuhe

Das Kind lernt langsam laufen – abgesehen davon, dass ich dem ersten Lebensjahr ein wenig melancholisch hinterher trauere, schaue ich doch auch mit Freude in die Zukunft. Plötzlich ist das Gemüsebaby ein Gemüsekleinkind und steht langsam auf eigenen Beinen.

Und auch wenn Barfuß laufen das Beste ist, braucht es in manchen Situationen doch auch Schuhe. Ich werde mich in den nächsten Tagen mal umsehen, was es in vegan und orthopädisch sinnvoll auf dem Markt gibt. Für den Übergang habe ich bei DaWanda vegane Krabbelschuhe gefunden. Diese hier sind nicht nur vegan, sondern auch aus recycelten Jeans (+ Kunstledersohle). Auf Wunsch können sie personalisiert bestickt werden. Eine wunderschöne, nachhaltige, handgemachte Alternative zu den üblichen Krabbelschuhen aus Leder. Schaut doch mal beim DaWanda-Shop CathWho vorbei. Aber Vorsicht, nicht alle Puschen sind vegan.

Habt ihr vegane Schuhe für eure Kleinen?

Mein Fairphone – eine erste Bilanz nach 1,5 Jahren

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Wenn man möglichst fair und nachhaltig konsumieren will, gibt es Bereich Smartphone derzeit vermutlich keine optimale Lösung. Entweder man kauft ein gebrauchtes Telefon, wodurch man die Nachfrage nach neuen Mobiltelefonen nicht unbedingt senkt oder man kauft ein Fairphone. Letzteres wurde entwickelt, um eine fair gehandelte Alternative zu den derzeit am Markt bestehenden Produkten zu bieten. Das Projekt ist unterstützenswert, aber natürlich ist klar, dass es in diesem hart umkämpften Markt nicht möglich ist, wirklich zu 100 % unter fairen Arbeitsbedingungen zu produzieren, jedenfalls nicht sofort. Dennoch versucht der Hersteller an allen Produktionsstätten sowie an den Orten der Rohstoffgewinnung die besten Bedingungen für die Arbeiter auszuhandeln und Jobs zu schaffen. Und der Verbraucher hat zu jeder Zeit die Möglichkeit, sich über die Webseite darüber zu informieren, wie, von wem und wo die Komponenten produziert werden.

Zudem soll das Fairphone auch für den Nutzer fair sein, indem dieser sich alle Komponenten nachkaufen und austauschen kann. Bei Modellen anderer Hersteller ist es ja mittlerweile bekanntlich so, dass nicht mal ein kaputter Akku ausgetauscht werden kann, weil alles fest verbaut und verschraubt ist. Und nicht jeder hat Sonderwerkzeuge und das nötige Know How, um das Smartphone aufzuschrauben. Auch ein eigenes Betriebssystem soll sich der Nutzer aufspielen können. Während das alles beim Fairphone 1 noch nicht so möglich war, wie gewünscht und angepriesen (vom Akku abgesehen), kommt das Fairphone 2 in einer Modulbauweise und soll damit besonders anwenderfreundlich sein.

Ich selbst kann an dieser Stelle allerdings nur von meiner Erfahrung mit dem Fairphone 1U (U = aus dem zweiten Batch) schreiben. Das zweite, also aktuelle Modell würde ich mir nicht zulegen wollen, weil es für meine Verhältnisse einfach viel zu groß ist (was ja leider ein allgemeiner Trend bei Smartphones ist).

Im Juli 2014 habe ich mein Fairphone bestellt, im September war es dann endlich da. Der erste Eindruck war sehr gut und auch von der Bedienung her hat es mir (als langjährige iPhone-Nutzerin) sehr gut gefallen. Den ersten Minuspunkt hat das Telefon von mir bekommen, als ich den Google Appstore installieren wollte. Dadurch wurden einige andere Funktionen gelöscht oder konnten nicht mehr ausgeführt werden. Aber da dieses Problem allgemein bekannt war, konnte ich über die Hersteller-Webseite herausfinden, was zu tun ist. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass die Webseite sehr aktuell ist und einfach strukturiert und dass dort immer auf aktuelle Probleme mit einfachen Lösungen reagiert wird. Ein weiterer Minuspunkt ist jedoch, dass sich das Fairphone nicht mit meinem Fiat 500 verbindet (im Gegensatz zu meinem iPhone 4, das ich ca. 4,5 Jahre genutzt habe und das jetzt immer noch von meiner Mutter genutzt wird). Also kann ich im Auto nur über das Navi (von Becker) freisprechen, was eine sehr schlechte Qualität hat und wodurch die Navigation verdeckt wird. Musik kann ich über das Fairphone im Auto also auch nicht hören. Aber: mit unserem Seat Leon verbindet es sich wunderbar, sogar über Bluetooth. Es liegt also wohl am System im Auto (beim Fiat 500 ist das System von Microsoft).

Nach Updates gibt es irgendwie immer Probleme. Meine Strategie ist es, ein Update nicht direkt zu installieren, sondern zu warten, ob in den Tagen danach eine E-Mail kommt, dass es zu Problemen kommen könnte. So erspare ich mir diese und kann warten, bis die entwarnende E-Mail mit dem Wortlaut „Probleme sind behoben. Ein neues Update steht bereit.“ eintrifft. Leider ist das Fairphone auch nicht so robust wie alle Telefone, die ich vorher hatte. Schon beim ersten Fall ist das Display gesprungen, allerdings nur an einer Ecke, so dass es die Nutzung nicht beeinträchtigt. (Als Vergleich: Mein iPhone ist mehrmals runter gefallen, über den Asphalt geschliddert und in eine volle Badewanne gefallen ohne je Schaden dabei genommen zu haben.). Der Akku hat von Anfang an nicht so lange gehalten (vielleicht einen Tag), wie mein iPhone-Akku (nach über 4,5 Jahren noch zwei Tage) – jeweils bei ständiger Wlan- und Bluethooth-Verbindung.

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Tja und dann die aktuelle Geschichte, weshalb ich darauf gekommen bin, diesen Artikel zu schreiben. Vor ein paar Wochen oder Monaten fing es an, dass der Akku sich nicht aufgeladen hat. Das Handy hat zwar angezeigt, dass geladen wird, aber wenn ich das Ladekabel wieder entfernt habe, war der Akkuladestand plötzlich noch geringer. Dann hat der Akku plötzlich kaum noch gehalten oder war bei manchen Ladevorgängen schon innerhalb kürzester Zeit wieder voll geladen. Irgendwann hatte mein Freund das Telefon in der Hand und bemerkte, dass sich die Akku-Abdeckung nicht mehr richtig schließen ließ, weil sich die Batterie aufgebläht hatte. Da wir beide beruflich einige Zeit mit Lithium-Batterien zu tun hatten, ist uns bekannt, wie gefährlich diese Dinger sein können und was ein aufgeblähter Akku zu bedeuten hat. (Ja, wir wissen auch, dass die Teile keinen starken Stößen ausgesetzt sein sollten.) Der Akku wurde direkt auf die Terrasse verbannt und ich habe überlegt, was ich nun mache: einen neuen kaufen oder ein neues, gebrauchtes Handy, weil ich eh nicht zufrieden war? Da man ja persönliche Daten und Kontakte auf so einem Smartphone hat, lief es dann doch auf den Akk-Kauf hinaus. Leider sind diese jedoch im Fairphone-Shop ausverkauft und ich habe den Hersteller angeschrieben, ob neue nachgeliefert werden. Bei kurzer Recherche bin ich allerdings parallel dazu auf einen Blog-Beitrag gestoßen, in dem stand, dass das „Bloated Battery“-Problem gar nicht mal so selten bei den Fairphone1 und 1U-Batterien vorkommt und dass der Hersteller bei diesem Problem einen neuen Akku schickt.

Es hat dann schließlich einige Tage gedauert, bis ich eine (allerdings sehr freundliche und leicht verständliche) Reaktion bekam. Ich sollte die Akku-Seriennummer mitteilen und einen Fragebogen ausfüllen. Jetzt, ca. 2,5 Wochen nach dem ersten Kontakt, wurde mein Akku wohl verschickt. Es hat zwar etwas gedauert, aber die Kommunikation war einfach und sehr kundenfreundlich. Danke dafür an die beiden Support-Mitarbeiter, die mir geschrieben haben!

Also werde ich mein Fairphone bestenfalls noch sehr lange benutzen. Es kann schließlich die wichtigsten Funktionen, die ich derzeit brauche: einen Browser (über den ich Facebook nutze, weil die App viel zu langsam ist), WhatsApp, E-Mails, Google Maps und Musik (um das Baby zu beruhigen). 🙂

Dieser Artikel liest sich jetzt vermutlich ziemlich negativ, aber man neigt ja dazu, die negativen Eigenschaften hervorzuheben. Unterm Strich finde ich das Projekt Fairphone weiterhin unterstützenswert und werde mein Telefon hoffentlich noch lange benutzen können. Und falls Fairphone jemals wieder eine kleinere Version auf den Markt bringt, würde ich wohl wieder darauf zurückgreifen.

Habt ihr Erfahrung mit Fairphone oder wollt ihr euch noch eins zulegen?